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Vorwort

Geschichtliche Einordnung
Der Ursprung der Familie
Der Ursprung des Namens

Die Burg Lienen
Der Ritterhof auf der Weserinsel
Der Burgmannshof in Oldenburg
Die Ritter von Lienen
Wappen und Siegel
Überlieferte Verbündete
Der Alltag auf dem Ritterhof

Die Zerstörung der Burg Lienen
Die Schlacht bei Altenesch
Die Erzbischofsfehde
Die Flutkatastrophe

Weitere Ereignisse verschiedener Epochen
Die Herkunftslinie Lienen - Osnabrück
Der Uradel von Lienen
Eine beispielhafte Linie

Schlusswort

Quellen
Copyright
Anhang
Impressum








Vorwort
Die Geschichte der Familie von Lienen gehört zu den stillen, aber tief verwurzelten Linien des norddeutschen Mittelalters. Wer sich ihr nähert, begegnet nicht nur einem alten Ministerialengeschlecht der Wesermarsch, sondern einem Stück regionaler Identität, das sich über fast ein Jahrtausend hinweg erhalten hat. Die Webseite vonlienen.de zeichnet diesen Weg mit großer Sorgfalt nach: von den frühen Bindungen an das Erzbistum Bremen und die Grafen von Oldenburg bis hin zu den verschwundenen Stätten ihres Wirkens: der Burg Lienen, dem Ritterhof der von Lienen auf dem Rader Sand und dem späteren Burgmannshof in Oldenburg.

Die nach heutiger Schreibweise gleichnamigen ehemaligen Osnabrücker Edelherren "von Lienen" (frühere lateinische Schreibweise in Urkunden: "de Lina") des 12. Jahrhunderts sind auf dieser Webseite nicht gemeint. Deren namensgebender Ort war Lienen im heutigen Kreis Tecklenburg, was erstmals im Jahre 1088 urkundlich als Lina (mittelhochdeutsch Lina: Ort am Berghang) erwähnt wurde. Dazu gehörten 1172 Amolungus de Lina, 1182 Theodericus de Lina und 1186 Svether de Lina. Im 13. Jahrhundert ist diese Familie in den bekannten Quellen nicht mehr nachweisbar. Das Wappen der heutigen Gemeinde Lienen im Tecklenburger Land entstand erst durch einen Vorschlag des preußischen Staatsarchivs, da keine historischen Siegel oder Wappen bekannt waren. Hierin wurde das historische Wappen der Grafen von Tecklenburg symbolisch mit der hügeligen Landschaft um Lienen herum in der Form von drei darin dargestellten Hügeln verknüpft. Die Grafen von Tecklenburg hatten ihr Herrschaftsgebiet südwestlich von Osnabrück rund um die Burg Tecklenburg. Zwischen 1180 und 1236 waren sie auch im Besitz der Vogtei des Bistums Osnabrück. 

Eine direkte Verbindung der Gemeinde Lienen im Tecklenburger Land zu den historischen Rittern von Lienen aus dem heutigen Ortsteil Lienen im Landkreis Wesermarsch ist nicht bekannt. Verschiedene bekannte Stammtafeln zeigen eine angenommene Verknüpfung, die historisch jedoch nicht belegbar ist. Eine Verwechslung dürfte durch den allein nach heutiger Schreibweise identischen Namen entstanden sein. Ein Vergleich der ursprünglichen Namensformen („de Lina“ gegenüber „de Line“) verdeutlicht den unterschiedlichen Ursprung.





Die Ursprünge der Familie von Lienen aus der Wesermarsch reichen in das späte 11. und frühe 12. Jahrhundert zurück. Die erste nachweisbare Linie beginnt mit Albero I. von Lienen, der aus einer Seitenlinie der Verwandtschaft des Bremer Erzbischofs Liemar hervorging. Durch die Heirat mit einer Frau aus der Linie der Grafen von Oldenburg entstand eine Verbindung der von Lienen sowohl zu einer der einflussreichsten Kirchen Norddeutschlands als auch zu einem der ältesten Grafengeschlechter der Region. Die Geschichte der Familie zeigt, wie eng Adel, Kirche und Landschaft im mittelalterlichen Norden miteinander verflochten waren und wie aus einer erzbischöflichen Verwandtschaftslinie ein Rittergeschlecht hervorging, das über Jahrhunderte die Wesermarsch mit prägte. Zugleich macht sie deutlich, wie Naturkatastrophen, Kriege sowie gesellschaftliche und politische Umbrüche den weiteren Verlauf der Familiengeschichte immer wieder beeinflussten und die Entwicklung in wechselnden Epochen neu formten. 

Wo alte Höfe stehen und Familien über Jahrhunderte Wurzeln schlagen, dort sammelt sich nicht nur Geschichte, dort sammeln sich auch Geschichten. Historische Darstellung und erzählerische Überlieferung werden auf dieser Seite bewusst voneinander getrennt. Letztere geben überlieferte Sagen und Deutungen wieder und sind nicht als gesicherte historische Befunde zu verstehen. Die Seite trennt historische Darstellung mit normaler Schriftart von erzählerischer Überlieferung in kursiver Schrift. Hypothesen innerhalb der historischen Ebene sind dabei klar als Vermutungen formuliert.


Etwas zur geschichtlichen Einordnung vorab

Es war die Zeit eines grundsätzlichen Umbruches in Westeuropa. Das römische Reich war schon lange zerfallen und auch das sich danach gebildete Fränkische Reich Karls des Großen war bereits zerteilt. Man begann Mittelhochdeutsch zu sprechen und zu schreiben und es bildete sich zum ersten Mal in der Geschichte Identität heraus, die später als deutsch bezeichnet wurde. Es war die Zeit des beginnenden Hochmittelalters. Die Bevölkerung breitete sich schneller aus als zuvor und neue Gebiete mussten somit erschlossen werden. Die Landwirtschaft, das Handwerk und der Handel machten einen großen Fortschritt und die Kirche entwickelte eine starke Position innerhalb des Reiches. Durch die Kirchenreformen, auch ausgehend von dem Konzil in Rom 1059 erlangte der Papst große Macht gegenüber dem König.  Während es im Frühmittelalter fast kein städtisches Leben mehr gab, setzte nun eine Welle von städtischen Neugründungen ein. Es war aber auch die Epoche der Kreuzzüge und eines völlig neu definierten Rittertums.

Die Geschichte unserer Familie von Lienen beginnt also in der Zeit der frühen Gotik.



Das aus dem östlichen Teil des Frankenreiches hervorgegangene Reich als Herrschaftsbereich der deutschen Kaiser wurde seit dem Jahr 1056 von Heinrich IV. regiert, allerdings im Alter von zunächst sechs Jahren. Seine Königsherrschaft trat er erst 1069 wirklich an. In der Zwischenzeit hatten verschiedene Stellvertreter diese Rolle für ihn übernommen. Diese Übergangszeit ohne mächtigen Herrscher hatten viele Fürsten und Bischöfe genutzt, um ihren Machtbereich zu vergrößern. Sie beanspruchten Landbesitz und zum Teil königsähnliche Rechte. Im Jahr 1062 wurde die Vormundschaft des Heinrich IV. durch den Erzbischof Adalbert übernommen, welcher sich das Land im Bereich des westlichen Weserufers von der Mündung der Ochtum bis zum Butjadingerland übertragen ließ. Somit gehörte dieses Land zum Erzbistum Bremen.



Um das Land nutzbar zu machen, wurden nach holländischem Vorbild Deiche und Siele angelegt. Die Kolonisten waren dem Erzbistum Bremen gegenüber abgabepflichtig. Die damals gebauten Bauernhöfe hatten eine Fachwerkbauweise mit Reetdach.

Die bäuerlichen Bewohner nannten sich Stedinger ("Uferbewohner"), worauf wohl der historische Name Stedingen für diese Region zurückgeht.



1072 wurde Erzbischof Adalbert von Erzbischof Liemar abgelöst.










Der Ursprung der Familie
Die Familie von Lienen lässt sich auf die Reichsministerialität des Erzbistums Bremen als Zweig der Familie von Stelle zurückführen, welche urkundlich eines der ministerialischen Haupthofämter im Erzbistum bekleidete. Die Familie von Stelle waren direkte Verwandte des aus der Königs- bzw. Reichsministerialität stammenden Erzbischofs Liemar.

Liemar zog nach Bremen und brachte dabei seinen Bruder Mazelin sowie dessen Sohn Adalbero mit. Zusätzlich nahm er zwei Söhne seiner Tante mit. Einer dieser Söhne, Siveko I., gilt als der Stammvater des Adelsgeschlechts von Stelle. Die Linie der von Stelle begann mit Sivekos Sohn Erpo, der um das Jahr 1110 lebte. Siveko selbst wurde in historischen Quellen auch unter dem Namen Sybernus oder Siegbert von Stelle erwähnt. Der zweite Sohn, Willo, wurde zum Stammvater der Familie von Bruch.

Erzbischof Liemar hatte damals seine Verwandten mit umfangreichen Rechten und großem Landbesitz ausgestattet. Er war ein enger Vertrauter König Heinrich des IV. und zum Beispiel auch als Vermittler für Heinrich IV. gegenüber Papst Gregor VII. im Jahr 1077 tätig ("Gang nach Canossa").



Als Geburtsjahr des ersten Namensträgers der Familie von Lienen wird das Jahr 1168 genannt. In diesem Jahr wurde Albero I. von Lienen als Sohn des erzbischöflichen Ministerialen Dietrich von Stelle (geb. 1144 in Bremen)  geboren.

Dietrich von Stelle war der Sohn Erpos von Stelle, womit die Linie der Familie von Lienen bis zur Verwandtschaft des Erzbischofs Liemar in das Jahr 1092 zurückverfolgt werden kann.



Rund um die Geburt Albero I. ranken sich eine Reihe von Erzählungen. Dietrich, der Vater Alberos, soll eine Prüfung bestanden haben, die kaum ein anderer Ministerialer wagte. Seitdem glaubte man, dass die Stelle‑Linie einen besonderen Schutz im Moor besaß und dass dieser Schutz auf die Lienener überging. In der Nacht der Geburt von Albero I. soll zuvor ein dichter Nebel aufgestiegen sein. Als Albero geboren war, löste sich der Nebel schlagartig auf. In der späteren Überlieferung wurde dies sinnbildlich so gedeutet, dass „das Moor ihn angenommen habe, genau wie seinen Vater“.

Die Frau von Albero I. von Lienen war Thetburich (Dietburg) von Mackenstedt (geb. 1170), eine Ministerialin des Herzogs Heinrich (der älteste Sohn Heinrich des Löwen). Sie stammte aus der Linie von Oldenburg, womit eine
verwandtschaftliche Beziehung der weiteren Linie der von Lienen sowohl zu den Bremer als auch zu den Oldenburger Grundherren begann.

Die Linie der Familie von Lienen ist nahezu zeitgleich zum Beispiel mit der Linie von Bremen entstanden, welche ebenfalls aus der Verwandtschaft Erzbischof Liemars hervorging.

Die Ritter von Lienen gehörten zu den ersten Ministerialen im Erzbistum Hamburg-Bremen mit eigenem Wappen.




Der Ursprung des Namens
Der Name unserer Familie "von Lienen" geht grundlegend gesehen auf den Ort bzw. heutigen Ortsteil Lienen an der Weser zurück. Historisch plausibel ist dabei folgende Reihenfolge der Ereignisse.

1.) Zuerst existierte der Fluss Line als ältestestes geographisches Element. Gewässernamen sind oft älter als Namen mittelalterlicher Siedlungen, oft vor-germanisch, manchmal sogar vor-indoeuropäisch.

2.) Dann folgte die Burg Line an der Linemündung als namensgebender Adelssitz. Die Burg Line erhielt somit ihren Namen vom Fluss Line. Burg Line = Burg an der Line.

3.) Die Familie nimmt ihren Namen von der Burg, also indirekt vom Fluss. Das ist typisch für norddeutsche Ministerialenfamilien.

4.) Der heutige Ortsteil Lienen (Elsfleth) ist jünger als Burg und Familie. Er ist eine sekundäre Siedlungsbenennung, die sich aus der Nähe zur Burg und zum Fluss ergeben hat. Ob der Ort direkt nach dem Fluss oder indirekt nach der Burg benannt wurde, ist sprachlich kaum trennbar, aber historisch ergibt sich: Der Ort trägt seinen Namen wegen der Burg, die wiederum wegen des Flusses so hieß. Und möglicherweise liegt die Erklärung auch ganz einfach in dieser Überlieferung:

Als später eine kleine Siedlung in der Nähe der alten Burg entstand, sagten die Bewohner laut Überlieferung, sie lebten „bei den Lienen“. Gemeint war, sie lebten sowohl bei der Burg als auch beim Fluss. So wurde der Ort Lienen genannt, in Erinnerung an Burg und Fluss gleichermaßen.

Die Liene war im Mittelalter ein Nebenfluss der Weser. Seit der großen Flut etwa Mitte des 14. Jahrhunderts war der ursprüngliche Verlauf der Liene nicht mehr vorhanden. Zur Zeit des damaligen Weserdeltas war die Liene mit der Jade verbunden. 

Lesen und Schreiben waren einst seltene Fähigkeiten, und Namen wurden häufig nur mündlich überliefert. Dies führte dazu, dass sich Klang und Schreibweise vieler Burgen, Orte und Namen im Laufe der Zeit teilweise stark veränderten. Vor diesem Hintergrund lässt sich sagen, dass der Name “von Lienen” auch heute noch seinem Ursprung sehr ähnlich ist.

Fluss:  Line >> Liene
Burg:   Burg Line >> Burg Linen >> Burg Lienen
Name: de Line (lat. Form auf Siegeln / Urkunden) >> von Linen >> von Lienen
Ort:      Line  >> Linen >> Lienen

Man sagt, die Liene sei nie ein gewöhnlicher Fluss gewesen. Sie soll sich leise und unberechenbar durch die Marsch geschlängelt haben, manchmal ihren Lauf verändernd, als folge sie einem eigenen Willen. Alte Karten zeigen sie mal breiter, mal schmaler, mal weiter östlich, mal westlicher. Die Leute meinten, sie „wandere“.

Historisch: Fluss Line >> Burg Line >> Albero I. de Line (lat.) >> Beginn der Familie
Heute:
Fluss Liene >> Burg Lienen >> Familie von Lienen >> Ort Lienen



Der historische Verlauf der Liene lässt sich teilweise und näherungsweise dem heutigen Elsflether Sieltief bzw. dem Käseburger Sieltief zuordnen. Das Käseburger Sieltief verläuft heute noch durch die Ortschaft Großenmeer (ehemals: Meerkirchen), welche ihren Ortsnamen von dem sogenannten "Großen Meer" bekommen hat, zu dem sich die damalige Liene zeitweise verbreitert hatte. Die Mündung des heutigen Elsflether Sieltiefs in die Weser verläuft über den Liener Kanal, wodurch auch eine Verknüpfung zum historischen Namen des Flusses Liene gegeben ist.

Die folgende Karte zeigt den damaligen Verlauf der Liene sowie die Lage der ehemaligen erzbischöflich-bremischen Burg Lienen nördlich vom heutigen Elsflether Sieltief, welches südlich der heutigen Landstraße namens "Alte Liene" verläuft. Diese Landstraße mündet fast direkt in die heutige Watkenstraße in Elsfleth-Lienen, in deren Nähe die historische Burg Lienen vor der Zerstörung durch aufständische Stedinger gestanden hat.



Die heutige Landstraße „Alte Liene“ verläuft nahe am alten Flussbett der Liene. Manche Bauern schworen der Legende nach, dass ihre Pferde dort manchmal scheuten, obwohl nichts zu sehen war. Ein alter Elsflether sagte einmal: „Unter der Straße schläft der alte Fluss. Und manchmal dreht er sich im Traum“. 

Die Verbindung zwischen den beiden Sieltiefen ist entsprechend der damaligen Lage der Liene nicht mehr vorhanden. Der Verlauf der Weser ist heute aufgrund von Eindeichung und Begradigung schmaler als damals. Die dargestellten Flussverläufe entsprechen grundsätzlich gesehen einer Übersichtskarte der alten Deiche aus dem Oldenburger Jahrbuch für Altertumskunde. Die ehemalige Kirche von Lienebrok ist ebenfalls eingetragen. 


Zwischenzeitlich gab es auch Landkarten, in denen der Ort in der Schreibweise "Lihn" zu finden ist.






Zwischen Liene und Weser soll ein uralter Weg gelegen haben, der nur bei extremem Niedrigwasser sichtbar wurde. Er bestand aus Holzbohlen, die schon damals niemand mehr zuordnen konnte. Manche glaubten, er sei älter als die ersten Siedlungen.

Die Burg Lienen
Die Burg Lienen wurde etwa 1150 laut der Mehrzahl der  Quellen vom Erzbistum Bremen errichtet. Sie diente als erzbischöfliche Grenzburg zur Sicherung der Herrschaftsrechte in der Wesermarsch und zur Kontrolle der Stedinger Bauern. In unmittelbarer Nähe entstand ca. 1180 die Lechtenburg, die von den Grafen von Oldenburg als "Gegenburg" gegründet wurde. Die räumliche Konkurrenz dieser beiden Befestigungen führte zu einer massiven Verdichtung der Machtansprüche in der Region und gilt als einer der entscheidenden Auslöser des Stedingeraufstands von 1204, bei dem die Burg Lienen und auch die Lechtenburg zerstört wurden (siehe Abschnitt "Die Zerstörung der Burg Lienen"). Nach der Zerstörung verlagerten die Ministerialen von Lienen ihren Sitz auf die Weserinsel Rader Sand.

Aus der Zeit des Hoch- und Spätmittelalters stammen die meisten der heute noch erhaltenen Burgen und Burgruinen. Von der Burg Lienen ist heute nichts mehr erhalten. Verschiedene Quellen berichten von einem vermeintlich noch vorhandenen Burgstall, was jedoch auf einer unterschiedlichen Verwendung des Begriffs „Burgstall“ in verschiedenen Epochen beruht. Geht man auf den mittelhochdeutschen Sprachgebrauch zurück, so steht das Wort burgstal für die Stelle einer Burg und somit für die Burg selbst. Im Ausklang des Mittelalters wurde die Bezeichnung zum Teil für eine im Verfall befindliche Burg verwendet.

So kam es, dass im frühen 20. Jahrhundert immer wieder Leute durch die Marsch streiften: Bauern zeigten auf alte Warften und meinten, dort müsse der „Burgstall“ sein. Lehrer schickten ihre Schüler los, um „Steine der alten Burg“ zu finden. Ein Pastor soll behauptet haben, er habe „Reste eines Turmhügels“ gesehen. Von der mittelalterlichen Holz-Erde-Burg haben sich keine sichtbaren Reste erhalten.  Aber der Glaube an den „Burgstall“ hielt sich hartnäckig.

Eine weitere Bedeutung war die Bezeichnung einer kleineren Burg des niederen Adels im Unterschied zur "Hofburg". Eine ähnliche Unterscheidung wird mit den Begriffen Dynastenburgen und Lehensburgen vorgenommen. Die Lehensburgen baute der niedere Adel auf dem ihm zugehörigen Land. Sie bestanden oft nur aus einem befestigten Ritterhaus mit Wohnturm und einem Burghof während die großen Dynastenburgen neben der Burg selbst noch weitere Nebengebäude aufweisen.



Bei der Burg Lienen kann man von einer relativ kleinen Burg ausgehen, wobei das zugehörige Land aufgrund der verwandtschaftlichen Beziehungen zum Erzbistum im Besitz der "von Lienen" war.

Quellen berichten von einem "erheblichen Land- und Zehntenbesitz", was sich im Laufe der Geschichte in zahlreichen urkundlich belegten Landverkäufen widerspiegelt. Die ehemaligen Ländereien erstreckten sich vom heutigen Lienen nach Norden bis hin zum heutigen Oberhammelwarden sowie nach Westen bis zum heutigen Oldenbrok.


Es wurde gemunkelt, auf der Burg habe ein Brunnen gestanden, der bis in einen alten, unterirdischen Wasserlauf reichte. Manche nannten ihn die „dunkle Liene“.


Im Mittelalter dienten Burgen nicht nur als militärische Bollwerke, sondern auch als zentrale Mittel zur Machtausübung und Verwaltung. Besonders im Heiligen Römischen Reich ging das Recht zum Burgenbau oft als Reichslehen an regionale Machthaber über, die damit ihre Territorien sicherten und ausbauten. Diese Herrscher nutzten Burgen sowohl als repräsentative Residenzen als auch als strategische Stützpunkte, die sie mit angestellten Burgmannschaften verwalteten.

Besonders Ministerialburgen entstanden durch die direkte Belehnung von Ministerialen mit Grundherrschaftsrechten. Die Burgen erfüllten dabei nicht nur militärische Aufgaben, sondern übernahmen auch wichtige Verwaltungsfunktionen. So kontrollierten Burgherren von ihren Festungen aus das umliegende Land, etwa durch die Überwachung von Handelswegen oder Märkten, und zogen Abgaben wie den „Zehnten“ von der ansässigen Bevölkerung ein.

Im Hochmittelalter waren Burgen keineswegs ausschließlich steinerne Bauwerke. Viele bestanden aus Holz und Lehm, oft als stroh- oder schindelgedeckte Fachwerkbauten, umgeben von hölzernen Palisaden. Aufgrund der begrenzten Fläche waren diese Burgen nur eingeschränkt zur Selbstversorgung fähig. Typischerweise bildeten der Herrensitz und der Wirtschaftshof eine Einheit. Besonders prächtig waren die Burgen bedeutender Ministerialadelsfamilien ausgestattet. Die Bewohner dieser Festungen waren meist niederadlige Ministeriale, die im Dienst ihrer Herren standen.

Die genaue Lage der ehemaligen Burg Lienen zeigt folgendes Bild. Die Lage wurde aus Skizzen ermittelt, die im Niedersächsischen Landesarchiv Oldenburg zu finden sind.



Der Burgplatz war von einem etwa 5-7m breiten Burggraben umgeben, der bei Abrissarbeiten eines späteren Hauses im 19. Jahrhundert wieder entdeckt wurde. Der Zufluss zu dem Burggraben kam aus der Weser und war etwa 8-10m breit. Der Burgplatz selbst lag etwa 2-3m über dem Wasserspiegel. Ab etwa 1850 wurde diese Erhöhung schrittweise abgetragen. Durch das damalige Abtragen der kompletten Wurt inclusive der Brandschicht liegt die Wahrscheinlichkeit auf heutige archäologische Spuren quasi bei Null. Gezielte Grabungen in den 30er Jahren des 20.Jahrhunderts brachten kein Ergebnis, was diese These untermauert.

Burgtyp
Eine kleine, befestigte Ministerialenburg auf einer Warft, ein Wohnturm, wenige Nebengebäude, Holz-Erde-Bauweise mit einzelnen steinernen Elementen.

Aufbau der Anlage
Der Wohnturm und das befestigte Ritterhaus: 2–3 Stockwerke Wohnraum, Lager, kleiner Saal, Wehrplattform oben aus Holz oder Fachwerk, evtl. mit steinernem Sockel.  Der Burghof: Stall, Speicher, kleine Schmiede oder Werkstatt, Brunnen oder Zisterne. Befestigung: Holz-Erde-Wall, Palissadenzaun, Wassergraben, gespeist durch die Weser, ein einziges Tor, vielleicht mit kleinem Torhaus.  Anbindung: eine kleine Anlegestelle, ein Bootssteg, Zugang zum Wassergraben.

Das folgende Bild zeigt eine mögliche künstlerische Rekonstruktion als historische Annäherung, sowie daran anschließend ein Schnittbild.






Der Ritterhof auf der Weserinsel
Der Ritterhof auf dem Rader Sand entwickelte sich ab ca. dem Jahre 1200 zu einer für die Region bedeutenden Niederlassung der von Lienen. Die Anlage dürfte den Charakter einer kombinierten Motte‑ und Turmburg gehabt haben, deren steinerner Wohnturm nicht nur als Wohnsitz, sondern auch als sichtbares Zeichen ritterlicher und erzbischöflicher Autorität diente. Umgeben war der Hof wahrscheinlich von Palisaden, Gräben und weiteren Holz‑Erde‑Befestigungen, die durch die unmittelbare Nähe zur Weser zusätzlich geschützt wurden. Neben dem Turm existierten Wirtschaftsgebäude, Stallungen, Speicher und Unterkünfte für das Gefolge, sodass der Hof als dauerhaft bewohnte und bewirtschaftete Einheit funktionierte.

Die genaue Lage der archäologisch nachgewiesenen Wurt zeigt folgendes Bild. Der Mottenhügel besitzt einen Durchmesser von ca. 30 m und erhebt sich heute ca. 1,50 m über die Umgebung. Er ist von einem Graben umgeben.



Für das Erzstift Bremen erfüllte der Rader Sand eine wichtige strategische Rolle. Die von Lienen agierten als erzbischöfliche Ministerialen und nutzten den Hof als Stützpunkt zur Kontrolle des Schiffsverkehrs auf der Unterweser. Die Lage auf einer stabilen Flussinsel erlaubte die Überwachung von Handelswegen, die Erhebung von Abgaben und die Absicherung von Fährstellen. Zugleich diente der Hof als militärischer Außenposten, von dem aus der Erzbischof seine Herrschaftsansprüche im Weserraum durchsetzen konnte. Die wirtschaftliche Nutzung der fruchtbaren Flächen der Insel, insbesondere Viehzucht und Heugewinnung, ergänzte die Einnahmen aus Zöllen und Durchfahrtsrechten.

Der Verlauf der Weser war zur damaligen Zeit ein völlig anderer als heute. Sie mäanderte stark, der Rader Sand bildete eine Weserinsel, und der Hauptstrom floss östlich am Rader Sand vorbei.  Das folgende Bild zeigt eine künstlerische Rekonstruktion der Landschaft zu der Zeit um 1200. Das interessante an diesem Jahr war, dass der Ritterhof auf dem Rader Sand bereits errichtet war und die Burg Lienen noch stand.



Otto I. von Stelle benutzte um 1200 herum die Bezeichnung "Levemunt". Ein Ort dieses Namens ist nicht bekannt, sein Sitz kann aber mit dem Ritterhof auf der ehemaligen Weserinsel "Rader Sand" identifiziert werden. Das mittelhochdeutsche Wort Levemunt bedeutete ursprünglich „unter jemandes Schutz stehende Wertschätzung“, was sich später zu „guter Ruf“ verfestigte. Historisch gesehen wäre es somit plausibel, wenn in dieser Zeit die Familie von Stelle auf dem Rader Sand ansässig war oder zumindest bei der Errichtung des Ritterhofes eine Rolle spielte. Nach der Zerstörung der Burg Lienen führte die weitere Linie der von Lienen, beginnend mit Albero dem Jüngeren, den Ritterhof im Besitz der von Lienen bis zum Ausklang des 14. Jahrhunderts weiter.

Das folgende Bild zeigt eine mögliche künstlerische Rekonstruktion als historische Annäherung.





Spätestens nach der großen Flutkatastrophe von 1362 wurde der Hof schrittweise aufgegeben. Durch die Verlagerung der Weser wurde die Insel zunehmend überschwemmungsgefährdet. Mit dem Erwerb eines Burgmannshofes in Oldenburg im Jahr 1370 beginnt die schrittweise Verlagerung des Wohnsitzes in das Binnenland.

Der Adelssitz der Familie von Lienen an der Weser wurde mit Ausgang des 14. Jahrhunderts, also nach rund 200 Jahren, verkauft. Eine Urkunde aus dem Jahr 1396 beschreibt den Verkauf des Ritterhofes mit befestigtem Wohnturm der Familie an das Kloster Rastede.

Die Sage erzählt, dass der Turm manchmal näher am Wasser, manchmal weiter im Land stand, je nachdem, wie die Strömung die Insel formte. Als der Ritterhof 1396 an das Kloster Rastede verkauft wurde, soll der Abt gefragt haben: „Wo genau liegt der Hof?“ und die Knechte antworteten: „Dort, wo das Land heute ist und morgen vielleicht nicht mehr“.

Nach dem Erwerb des Ritterhofes durch das Kloster Rastede war die Anlage bereits aufgegeben, aber noch baulich vorhanden. Das Kloster hatte in dieser Zeit regen Baubedarf: Erweiterungen, Wirtschaftsgebäude, Deicharbeiten und Warftbefestigungen. In der Wesermarsch war Bauholz und Feldstein kostbar. Wenn ein Hof aufgegeben wurde, war es üblich, Balken, Pfosten und Bohlen wiederzuverwenden, Feldsteine und Lehmziegel als Fundamentmaterial zu bergen, Eisenbeschläge und Dachmaterialien zu verwenden oder verwendbar zu machen (heute würde man recyclen sagen). Das Kloster Rastede war bekannt dafür, solche Ressourcen systematisch zu sichern. Vergleichbare Vorgänge sind aus der Region belegt: Das Kloster Hude nutzte nach dem Erwerb von Höfen deren Holz und Steine für eigene Bauvorhaben. Auch das Kloster Osterholz dokumentierte den Abtransport von Baumaterial aus aufgegebenen Marschhöfen. Der Ritterhof lag an der Weser, also transporttechnisch ideal, Holz und Steine konnten per Schiff oder Floß bis in die Nähe von Rastede gebracht werden. Das spricht stark für eine gezielte Materialverwertung. Es spricht vieles dafür, dass das Kloster Rastede nach dem Kauf des Ritterhofes die verwertbaren Baustoffe (Holz, Feldsteine, Eisen) geborgen hat, die Warft selbst später landwirtschaftlich nutzte, und den Standort als wirtschaftlichen Außenposten oder Pachtgut weitergeführt hat. Folgendes Bild zeigt die künstlerische Rekonstruktion des Abbaus.



Seit der Zeit der ersten Generation auf dem Rader Sand soll laut einer Legende im Turm ein stiller Schutzgeist gewacht haben. Kein Gespenst, kein Dämon, eher der Geist der Wache, geboren aus all den Nächten, in denen Knechte und Ritter auf dem Turm standen, die Weser beobachteten und den Hof verteidigten. Man nannte ihn später nur "den Stillen". Als die von Lienen den Hof verlassen mussten, so erzählt die Sage, hätten die Knechte den Turm zuletzt abgeschlossen. Einer von ihnen soll die Hand auf die Tür gelegt und gesagt haben: „Bleib stehen, bis wir wiederkommen“. Der Wind trug die Worte über die Marsch, und der Stille im Turm hörte sie. Als nach dem Verkauf die Männer des Klosters Rastede kamen, um den Hof abzutragen, geschah etwas Merkwürdiges. Die Bohlen der Wirtschaftsgebäude ließen sich leicht lösen. Die Palisaden gaben nach wie morsches Holz. Die Steine der Warft rutschten fast von selbst in die Schubkarren. Doch der Turm rührte sich nicht. Die Klosterknechte schlugen Keile in die Fugen, setzten Winden an, banden Seile um die Balken. Nichts. Der Turm stand, als wäre er mit der Erde verwachsen. Einer der Männer soll geflucht haben: „Der Teufel selbst hält das Ding fest“. Doch die Alten im Dorf sagten: „Nicht der Teufel. Der Stille“. Erst als ein schwerer Herbststurm über die Weser zog, brach der Turm. Nicht durch Menschenhand, sondern durch Wind und Wasser. Die Klosterknechte fanden am Morgen nur noch Balken und Steine, die sich nun lösen ließen wie jedes andere Holz. Man sagte später: „Der Turm fiel nicht, weil Menschen es wollten. Er fiel, weil der Stille wusste, dass niemand mehr zurückkehrt“.

 
Der Burgmannsitz in Oldenburg
Der im Jahr 1370 in Oldenburg erworbene Burgmannshof der von Lienen war kein klassischer Wehrbau mehr, sondern ein repräsentativer steinerner Adelshof, charakteristisch für den Übergang vom Rittertum zum städtisch geprägten Landadel. Diese Höfe dienten den Burgmannen, also den Rittern, die dem Grafen von Oldenburg militärisch verpflichtet waren, als Wohn‑ und Dienstsitze. Die Anlage war nicht mehr wehrhaft im militärischen Sinn, sondern symbolisch befestigt, was eher Status als Verteidigung ausdrückte. Der Burgmannssitz der von Lienen in Oldenburg war somit ein repräsentativer Adelshof innerhalb der Stadt, der die enge Bindung der Familie an die Oldenburger Grafen widerspiegelt.

Backsteinbauweise war in Nordwestdeutschland inzwischen weit verbreitet.  Gotische Fensterformen, Spitzbögen und Zierfriese zeigten den Einfluss der städtischen Baukunst. Innenräume waren mit Balkendecken, Kaminen und Wandmalereien ausgestattet, deutlich komfortabler als die früheren Burgen. Das Wappen der von Lienen dürfte über dem Torbogen oder an einem Fenstersims angebracht gewesen sein.

Das folgende Bild zeigt eine mögliche künstlerische Rekonstruktion als historische Annäherung. Der Hof lag in der Mühlenstraße an der Haaren in Oldenburg und wurde als Eigenbesitz der Familie geführt. Mit dem Verkauf des Hofes 1591 endet die nachweisbare Präsenz dieser Linie der Familie in Oldenburg. Der Hof gehört zu den heute verschwundenen Adelssitzen der Stadt.





 


Die Ritter von Lienen 
Ab dem 11. Jahrhundert wurden unter dem Begriff Ministerialen Dienstleute verstanden, die ritterliche Lebensweisen pflegten. Sie verfügten entweder über eigene Herrschaftsrechte oder waren mit delegierter Macht ausgestattet und übten politischen Einfluss aus. Die erfahrensten Kämpfer unter ihnen schlossen sich mit Mitgliedern des Hochadels zur Ritterschaft zusammen. Mit dem wachsenden Bedarf an Hof-, Verwaltungs- und Militärdiensten entwickelte sich aus den Ministerialen ein eigenständiger Stand. Ab der Regierungszeit von König Konrad II. (1024–1039) übernahmen sie zunehmend Aufgaben als Vögte, Burggrafen oder Landrichter und verwalteten das Reichsgut. Besonders die Reichsministerialen nahmen dabei eine herausgehobene Position ein: Sie standen in direktem Dienstverhältnis zum König oder Kaiser, übernahmen hochrangige Verwaltungsaufgaben und leisteten Kriegsdienst. Dadurch verfügten sie nicht nur über Bildung für administrative Tätigkeiten, sondern auch über Kenntnisse höfischer Gepflogenheiten und Kampferfahrung. Im Verlauf des 12. Jahrhunderts näherten sich die Ministerialen dem Stand der Edelfreien an. Die letzten Spuren der Unfreiheit verschwanden, und die Dienstlehen wurden zu erblichen Lehen. Die Ministerialen bezeichneten sich nun selbst als “milites” – also als Ritter.



Ab dem 12. Jahrhundert wurde die Abstammung von rittertümlichen Familien zur grundlegenden Voraussetzung für die Aufnahme in den Ritterstand. Kaiser Friedrich I. Barbarossa (genannt Barbarossa) erließ gegen Ende des 12. Jahrhunderts sogar ein Verbot, Söhne von Bauern oder Geistlichen in den Ritterstand aufzunehmen. Die Aufnahme in den Ritterstand erfolgte traditionell durch einen symbolträchtigen Akt: den Ritterschlag. Während des Hochmittelalters (ca. 1000 bis 1250) waren es vor allem die Ministerialen, die die ritterlich-höfische Kultur prägten und als ihre wichtigsten Vertreter galten.



Bereits ab dem 13. Jahrhundert hatten sich die Ministerialen vollständig in den niederen Adel integriert und bildeten fortan das Fundament des Ritterstandes. Sie konstituierten einen erblichen Stand, der als niederer Adel oder ritterbürtiger Adel bezeichnet wurde. Die Zugehörigkeit zum Ritterstand war damit nicht mehr nur eine Frage der Funktion, sondern der Abstammung: Nur wer von ritterlichen Vorfahren abstammte, konnte in diesen Kreis aufgenommen werden. Die ehemaligen Ministerialen, die sich nun als “milites” (Ritter) bezeichneten, stiegen in den Rang der “nobiles” (Edelleute) auf.

Fast alle bekannten Angehörigen der Familie von Lienen zwischen 1190 und 1420 erscheinen in den Quellen als Ministeriale der Bremer Erzbischöfe und zunehmend seit dem 14. Jahrhundert auch im Dienste der Grafen von Oldenburg.


Eine Sage erzählt, der Eid, den die Ritter von Lienen leisten mussten, band sie nicht nur an den Erzbischof, sondern auch an "die unsichtbaren Wächter", die seit Erpo und Dietrich von Stelle über die Familie wachten. Der Eid lautete angeblich: „Ich diene, solange das Wasser fließt und der Nebel wacht“. Doch niemand weiß, ob dies wirklich die Worte waren, denn der Eid, so hieß es, durfte niemals laut gesprochen werden.



Im Erzbistum Bremen wurden in einer Urkunde Erzbischof Liemars erstmals im Jahr 1091 Ritter erwähnt. In späteren Überlieferungen wird eine Verbindung einzelner Ritter von Lienen zum Deutschen Orden erwähnt, der um 1200 gegründet wurde; urkundliche Belege dafür sind jedoch nicht bekannt.

Ein Mönch aus Bremen schrieb vermutlich im 13. Jahrhundert: „Die Lienener tragen zwei Schwerter: eines für den Erzbischof, eines für den Orden, der sie rief“.




Zwischen ca. 1220 und ca. 1420 sind urkundlich benannt:

Ritter Albero I. von Lienen (*genannt 1168)
Ritter Albero II. von Lienen  (*1190, urkdl. 1222)
Ritter Hermann von Lienen (urkdl. 1247)
Ritter Reimbert von Lienen (urkdl. 1244, 1249, 1256)
Ritter Friedrich von Lienen (*1218, urkdl. 1277)
Ritter Berthold von Lienen (urkdl. 1289)
Ritter Heinrich (Henricus) von Lienen (urkdl. 1289)
Ritter Erich (Alberich) von Lienen (urkdl. 1290)
Ritter Erpo von Lienen (urkdl. 1294)
Ritter Erich (Alberich) von Lienen (*1282, urkdl. 1304)
Ritter Friedrich von Lienen (urkdl. 1337, 1344)
Ritter Otto I. von Lienen (urkdl. 1350, 1369)
Ritter Otto II. von Lienen (urkdl. 1418)




In einer alten Schmiede in der Nähe des heutigen Berne soll laut einer alten Geschichte ein geheimnisvoller Schmied gearbeitet haben, der nur nachts erschien. Die Ritter von Lienen ließen dort ihre besten Waffen fertigen. Niemand wusste, wer der Schmied war, doch sein Hammer klang wie ein Donner in der Nacht. Als die Ritterlinie im 15. Jahrhundert erlosch, verschwanden die Schwerter. Doch noch lange Zeit berichteten Bauern, dass sie im Morgengrauen ein bläuliches Leuchten über den alten Wurten sahen. Manche glaubten, die Schwerter liegen dort verborgen und warten auf jemanden, der würdig ist, sie zu führen.



Ab dem Spätmittelalter beeinflusste das Rittertum nicht nur den eigentlichen Ritterstand, sondern prägte auch die Lebensart und Wertevorstellungen des gesamten christlich-europäischen Adels. Ein Begriff, der bis in die Gegenwart nachwirkt, ist die Ritterlichkeit. Die ritterlichen Tugenden umfassten ein System von Normen und Werten, das sowohl dem Ansehen des Rittertums als auch dem des Adels diente. Sie bildeten die Grundlage für Ehre, Pflichtbewusstsein und gesellschaftliche Anerkennung. 

Die Wertvorstellungen der Ritterlichkeit waren  (mittelhochdeutsch): diemüete, êre, güete, hôher muot, höveschkeit, manheit, mâze, milte, minne, staete, triuwe, werdekeit, zuht. Nach heutigem Sprachgebrauch bedeuten diese Tugenden: Demut, ritterliches Ansehen, Würde, Freundlichkeit, seelische Hochstimmung, Höfischkeit, Höflichkeit, Tapferkeit, maßvolles Leben, Zurückhaltung, Freigiebigkeit, Großzügigkeit, Dienstbare, hingebungsvolle Liebe, Beständigkeit, Festigkeit, Treue, Würde, Erziehung nach festen Regeln, Anstand, Wohlerzogenheit.

Im Mittelalter war der Zugang zu höherer Bildung vor allem freien Männern vorbehalten. Als frei galt in dieser Zeit, wer nicht in persönlicher Unfreiheit lebte, also weder Leibeigener noch in anderer Weise rechtlich oder wirtschaftlich abhängig war.

Die sieben freien Künste des mittelalterlichen Bildungskanons spiegeln diese Struktur wider. Sie waren in zwei aufeinander aufbauende Kurse unterteilt: Der untere Kurs umfasste das Trivium mit den Fächern Grammatik, Rhetorik und Dialektik. Diese Fächer wurden in den sogenannten Trivial- oder Elementarschulen vermittelt – daher der Name. Der obere Kurs bestand aus dem Quadrivium mit Arithmetik, Musik, Geometrie und Astronomie. Diese Inhalte wurden ausschließlich an höheren Bildungseinrichtungen gelehrt.
 




Die Ausbildung des Adels unterschied sich deutlich von der des Klerus: Sie war praxisorientierter und stärker auf den Stand zugeschnitten. Im Gegensatz zu strukturierten Lehrplänen stand hier die Vermittlung und Einübung traditioneller Verhaltensweisen und Fähigkeiten im Vordergrund. Dazu zählten etwa körperliche Fertigkeiten wie Jagen, Fechten, Reiten, Schwimmen und Bogenschießen. Gleichzeitig spielten auch kulturelle und geistige Elemente eine Rolle, etwa das Kennenlernen von Liedern oder das Aneignen von Spruchweisheiten und moralischen Lehren. 

In der Wesermarsch erzählte man sich, dass es eine achte Kunst gab. Eine Kunst, die nicht in Büchern stand. Eine Kunst, die nur wenigen offenbart wurde und unter ihnen besonders den Rittern von Lienen. Die achte Kunst war nicht Wissen. Sie war Wahrnehmung. Die Fähigkeit, das zu erkennen, was nicht geschrieben steht. Das zu hören, was nicht gesagt wird. Das zu sehen, was nicht gezeigt wird. Ein Chronist schrieb: „Die Lienener sprechen wenig. Doch ihr Schweigen ist gelehrter als mancher Predigt“.

Die "von Lienen" treten nicht nur im Zusammenhang mit dem Erzbistum Bremen auf, sondern auch sehr oft als Zeugen von Geschäften, die den Machtbereich der Grafen von Oldenburg betreffen. Und auch auf weitere Weise gab es Verknüpfungen nach Oldenburg. So hatten beispielsweise die Ritter Berthold von Lienen und Erpo von Lienen jeweils eine Oldenburger Ministerialin zur Frau. Trotz des gehobenen Standes zeigte sich im 13. und 14. Jahrhundert aber in solchen Fällen die Abhängigkeit von dem jeweiligen Landesherren in deutlicher Weise. Bei einer Ehe aus verschiedenen Dienstmannschaften gehörten die Kinder jeweils zur Dienstmannschaft der Mutter und konnten in Einzelfällen von dem jeweiligen Landesherren gegen ein Kind aus der jeweils anderen Dienstmannschaft getauscht werden.

Als Graf Christian von Oldenburg und Erzbischof Giselbert von Bremen im Jahr 1288 einen Streit beilegen wollten, verlangten sie ein Zeichen des Friedens. Nicht Gold, nicht Land, sondern ein Kind. So wurde Friedrich, der Sohn des Ritters Berthold von Lienen, an den Erzbischof gegeben. Im Gegenzug erhielt Oldenburg Reinfried, den Sohn des Ritters Otto Slore, der mit einer Bremer Ministerialin verheiratet war.

Acht Jahre später geschah es erneut. Diesmal traf es Friedrich, den Sohn des Ritters Erpo von Lienen. Er wurde an Bremen gegeben, und Oldenburg erhielt Hildeburg, die Tochter des Ritters von Zwischenahn, der ebenfalls eine Bremer Ministerialin geheiratet hatte.

In jenem Herbst, kurz bevor Friedrich fortgegeben werden musste, rückte eine Fehdegruppe aus dem Norden durchs Moor vor. Erpo wusste, dass ein Kampf nur neues Unheil bringen würde. Also stellte er tief im Nebel Pechfackeln auf und entzündete sie, als die Angreifer nahten. Das Licht brach im Dunst zu flackernden Moorlichtern, die dem damaligen Aberglauben nach wie schwebende Seelen über dem Morast tanzten. Die Fehdeleute gerieten in Panik, flohen, manche versanken. Am nächsten Morgen sprach man von Moorlichtern, die die Höfe bewahrt hätten. Und Erpo bereitete seinen Sohn darauf vor, an Bremen gegeben zu werden, wie es die Herren verlangten.




Das Wappen der Familie von Lienen
Mit der Entstehung des hochmittelalterlichen Rittertums entstand parallel die Heraldik als eigenständige Disziplin. Der Ritter nutzte sein Wappen auf dem Schild als unverwechselbares Erkennungsmerkmal im Kampf und bei Turnieren. Im Laufe der Zeit entwickelte sich das Wappen vom individuellen Zeichen des Ritters zu einem Familienemblem, das über Generationen weitergegeben wurde. Zudem diente es auch der Kennzeichnung von Besitz und wurde so zu einem wichtigen Symbol für Abstammung und Status.

Die Farbgebungen der Familienwappen der Familien von Stelle / von Lienen sind in den überlieferten Quellen gut belegt. In Anlehnung an die Tingierungen Rot und Silber des Bremer Erzstiftes entwickelte sich aus dem Wappen der v.Stelle (roter Schrägrechtsbalken) für den Zweig der v.Lienen durch Kippung des Balkens ein roter Pfahl, jeweils auf Silber. Nach heraldischen Regeln sind die Farben weiß und silber dabei gleichwertig zu sehen.





Als Albero I. von Lienen den neuen Zweig der Familie begründete, soll er in einer stürmischen Nacht allein in der Burg Lienen gewacht haben. An der Wand hing das alte Wappen der von Stelle. Albero betrachtete es lange und spürte, dass es nicht mehr zu seinem Weg passte. Er war nicht nur ein Sohn der Stelle‑Linie. Er war der Begründer eines neuen Hauses. Plötzlich, so erzählt man, schlug ein Blitz in der Nähe der Burg ein. Der Schlag ließ das Wappen von der Wand fallen und Albero sah, dass der rote Balken nicht mehr schräg, sondern senkrecht stand. Albero erklärte darauf, dass das neue Wappen der Lienener ein roter Pfahl auf Silber sein solle. Die Leute fragten, warum der Balken gekippt worden sei und Albero antwortete: „Der Balken wies den Weg. Der Pfahl hält das Land.*)“. Und so wurde der rote Pfahl zum Zeichen der neuen Linie, ein Symbol für Standhaftigkeit, für die Verbindung zwischen Himmel und Erde, und für die Treue zum Erzstift Bremen.

*) Anmerkung: In der heraldischen Literatur wird der schrägrechte Balken gelegentlich als „Wegzeichen“ gedeutet. Laut Albero I. war dieser Weg nun mit Begründung der Burg Lienen vollendet, womit der schräge Balken zum senkrechten Pfahl verändert wurde.









Urkunden und Siegel
Bei den Familien von Stelle und von Lienen gibt es in den Quellen seit 1222 die Vornamen Albero und Friedrich (Friedericus). Diese Namen wurden über mehrere Generationen weiter gegeben. Mitglieder beider Familien kommen seit 1222 oft gemeinsam in Urkunden vor.

Urkundlich gesichert ist die Familie bis zu Ritter Albero II. von Lienen. Dass Albero II. der Sohn des Albero I. war, ist genealogisch hochgradig wahrscheinlich. Die Kontinuität von Wappen, Besitz, Dienst, die Namenskontinuität sowie die geographische Stabilität der Familie - verknüpft mit der hohen Wahrscheinlichkeit, dass Urkunden beim Sturm der Stedinger auf die Burg Lienen vernichtet wurden - ergeben zusammen eine Wahrscheinlichkeit so nah an einem Beweis, wie es im Rahmen mittelalterlicher Genealogie ohne erhaltene Urkunde möglich ist. Der Beiname Alberos II., „der Jüngere“, fügt sich schlüssig in dieses Bild und stützt die Annahme einer direkten Abstammung.

In den Urkunden wurde der Familienname später von Linen, von Line oder selten auch als von Lyne aufgeführt. In frühen Urkunden sowie auf Siegeln und Familienwappen wird der Name in der lateinischen Form als de Line genannt. Die Vorsilbe "von" bzw. die in mittelalterlichen Urkunden übliche lateinische Form "de" wurde damals zunächst aus rein praktischen Gründen zur Beschreibung der Herkunft verwendet. Erst im Laufe der Zeit wurde daraus der Charakter eines Familiennamens. Seit der Einführung der Standesämter im 19. Jahrhundert ist die Bezeichnung des Familiennamens durchgehend von Lienen.

In Siegeln und Urkunden wurde das Wappen in einer festen Struktur dargestellt: Es wurde mit dem Namen des Besitzers umschrieben. Den oberen Abschluss bildete ein Kreuz, gefolgt von einem „S“ als Abkürzung für das lateinische Wort Sigilum (Siegel). Anschließend folgte der Name des Besitzers in der lateinischen Genitivform. Diese spezifische Form des Wappensiegels war typisch für Ministeriale. Die ersten urkundlichen Belege für die Nutzung von Wappensiegeln durch Ministeriale im Erzstift Bremen stammen aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts.

Die Siegel des Ritters Albero II. von Lienen (1220) und des letzten bekannten Ritters Otto II. von Lienen (1420) sowie des Ritters Berthold von Lienen aus der Zeit um 1300 zeigen den gotischen Schild mit dem mittig platzierten Pfahl des Familienwappens.




Beispielhaft zeigt das folgende Bild, wie ein solches Siegel an den damaligen Urkunden ausgesehen hat.





Eingemauert in einer späteren Feldsteinmauer nahe der Wurt fand man ein Fragment mit verblasster Bemalung. Manche glauben, es sei ein Stück des echten Wappenschilds der von Lienen. Alte Chronisten schreiben: „Ein Splitter des Schilds reicht, um Mut zu wecken“.


Überlieferte Verbündete der Ritter von Lienen 
Die enge familiäre und politische Bindung machte das Erzbistum Bremen zum natürlichen Schutz- und Bündnisherrn der frühen von Lienen. Damit waren die von Lienen Teil des bremerischen Machtgefüges. Durch die Heirat Alberos I. von Lienen mit einer Frau aus der Linie der Grafen von Oldenburg entstand die zweite zentrale Allianz. Die Oldenburger waren eines der ältesten und einflussreichsten Grafengeschlechter Norddeutschlands. Die Verbindung stärkte die Position der von Lienen politisch wie territorial. Da die von Lienen im Oldenburger Raum Burgmannsaufgaben übernahmen, ist eine Kooperation mit anderen Burgmannsfamilien plausibel.

Als Teil des bremerisch-oldenburgischen Herrschaftsraums waren die von Lienen in regionale Bündnissysteme eingebunden, etwa Landfriedensbünde, regionale Verteidigungsbündnisse und Kooperationen mit Städten wie Oldenburg.

In das Bild typischer Kooperationen  passen die Annahmen einer gemeinsame Sicherung von Flussübergängen mit den Herren von Stotel sowie der Schutz kirchlicher Einrichtungen und von Klostertransporten gegenüber den Herren von Hude.


Die Zerstörung der Burg Lienen
1108 findet sich die erste urkundliche Erwähnung der heutigen Stadt Oldenburg unter dem Namen Aldenburg. Im 12. Jahrhundert nutzten die Grafen von Oldenburg die strategisch günstige Lage an einem Fluss, um eine Wasserburg zu errichten. Diese sollte später den Grundstein für die Entwicklung der Stadt legen.

Ein prägendes Ereignis dieser Zeit war die Wahl Friedrichs I. Barbarossa zum König im Jahr 1152 und seine Krönung zum Kaiser 1155. Durch seine Politik stärkte er die Machtstrukturen im Reich. So bestätigte er 1158 dem Erzbischof von Bremen, Hartwig I., die Grafenrechte über Stedingen. Damit unterstellte er das Gebiet westlich der Weser der Oberhoheit des Erzbistums Bremen. Ab der Mitte des 12. Jahrhunderts taucht in kaiserlichen Urkunden die Bezeichnung „Heiliges Reich“ auf. Im 13. Jahrhundert wurde der Zusatz „römisch“ üblich, da sich die deutschen Herrscher als Nachfolger der römischen Kaiser sahen und ihre Krönung traditionell in Rom durch den Papst vollziehen ließen.

Die Grafschaft Oldenburg war zunächst dem Herzogtum Sachsen lehnspflichtig. Ein entscheidender Wendepunkt war das Jahr 1167: In diesem Jahr starb Graf Christian I. von Oldenburg während der Belagerung Oldenburgs durch Herzog Heinrich den Löwen. Da sein Sohn Moritz I. noch minderjährig war, übernahm Heinrich der Löwe vorübergehend die Kontrolle über die Grafschaft. Erst 1180, nach der Entmachtung Heinrichs des Löwen durch Kaiser Barbarossa und der Aufteilung des Herzogtums Sachsen, konnte Moritz I. seine Herrschaft antreten. Die Grafschaft Oldenburg wurde daraufhin politisch unabhängig. Parallel dazu hatte das Erzbistum Bremen Teile des Landes westlich der Weser als Lehen an die Grafen von Oldenburg übertragen. Diese nutzten ihre neuen Vogteirechte in Stedingen, um ihren Einfluss weiter auszubauen.  




Lange Zeit schenkten die Oldenburger Grafen der ehemals unwirtlichen Landschaft, geprägt von ausgedehnten Mooren und Sümpfen, kaum Beachtung. Doch die Stedinger begannen, das Land durch Entwässerung und Deichbau urbar zu machen. Dadurch entstand eine zunehmend attraktive Siedlungsfläche, die schließlich intensiv besiedelt wurde.

Mit dem wachsenden Wohlstand und der wirtschaftlichen Bedeutung der Region stieg auch das Interesse der Oldenburger Grafen. Sie sicherten ihren Einfluss, indem sie südlich der Hunte die Lechtenburg errichteten. Diese Burg war als typische Motte angelegt und verfügte über ein fundamentales Steinmauerwerk. Dieses erklärt auch, warum Burg Lienen (unter der Herrschaft des Erzbistums Bremen) und die Lechtenburg (oldenburgisch) nebeneinander bestehen konnten, trotz unterschiedlicher territorialer Zugehörigkeiten.

Die Burgen der Oldenburger Grafen entlang der Weser wurden bewusst teilweise in Holzbauweise errichtet. Diese Zugeständnisse machten die Grafen gegenüber dem Bremer Erzbistum, das sich Sorgen um den freien Warenverkehr auf der Weser machte. Denn eine uneingeschränkte Schifffahrt war für die wirtschaftliche Stabilität der Region von zentraler Bedeutung. Dass diese Bedenken nicht unbegründet waren, zeigte sich später: Mitte des 17. Jahrhunderts begannen die Oldenburger Grafen, Zoll an der Weser zu erheben – eine Praxis, die erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts wieder eingestellt wurde. 





Die Bauern im Umland der Burg Lienen, die sogenannten Stedinger, waren ursprünglich durch einen Vertrag mit dem Erzbistum Bremen von allen weiteren Abgaben außer dem Kirchenzehnten befreit. Doch nun sollten sie zusätzlich eine Steuerabgabe, den „Zehnten“, an die Grafen von Oldenburg entrichten. Der wachsende Unmut in der Bevölkerung wurde durch überlieferte Gewalttaten der Burgbewohner weiter geschürt. Die Spannungen eskalierten schließlich in einem offenen Aufstand der Bauern gegen den Adel. Aus diesen Auseinandersetzungen entwickelte sich ein langwieriger Konflikt, der später als „Stedinger Krieg“ in die Geschichtsbücher einging.


 


Der Historiker und Publizist Heinrich von Treitschke (19. Jahrhundert) beschreibt in seinem Gedicht "Die Stedinger Ketzer" im ersten Teil des Gedichtes ("i. Der Frevel") wie eine junge Frau auf die Burg Lienen entführt wird.
Im zweiten Teil des Gedichtes ("ii. Burg Lienen") wird von der Zerstörung der Burg Lienen und der Lechtenburg in Gedichtform berichtet. Teil drei und vier handeln von dem Kreuzzug gegen die Stedinger und deren Besiegung. Das Gedicht ist im Anhang dieser Webseite zu finden. Der Inhalt des ersten Teils des Gedichtes wird von Historikern allerdings eher einer Entführung auf die Lechtenburg zugeschrieben, bei der Eler von Elmeloh, ein Oldenburger Vogt der Lechtenburg, Erpo von Huntorp und dessen Tochter Tjalda entführte und auf die Lechtenburg brachte, um von den Bauern den Zehnten zu erpressen. Dieses Ereignis gilt in der Forschung als möglicher Auslöser des Aufstandes der Bauern des Stedinger Landes gegenüber den Grafen von Oldenburg. Die Stedinger Bauern baten im ersten Moment die Bewohner der Burg Lienen um Hilfe, diese hielten sich aber wohl zurück, um sich nicht zwischen die Herren aus Oldenburg und Bremen zu stellen. Die Stedinger Bauern hielten darauf eine Versammlung ab ("einen Thing") und beschlossen, die Lechtenburg und auch die Burg Lienen zu stürmen.

In den alten Überlieferungen heißt es dabei, dass die Stedinger zunächst nur vorgaben, den "Zehnten" zu zahlen und Getreidesäcke zur Burg Lienen brachten. In den Säcken hatten sich aber bewaffnete Bauern versteckt und diese verschafften den stürmenden Stedingern den Zugang zur Burg. 



Die Burg Lienen wurde um das Jahr 1204 durch die Stedinger Bauern gestürmt und zerstört.

Neben der Burg Lienen zerstörten die aufständischen Stedinger Bauern auch die Lechtenburg.

Aller Wahrscheinlichkeit nach war
Ritter Albero I. von Lienen gemeinsam mit seiner Frau Bewohner der Burg Lienen und beim Sturm der Stedinger ums Leben gekommen. 

Als die Stedinger die Burg stürmten, fiel Albero I., so die Überlieferung, nicht durch eine Klinge, sondern durch den Einsturz des brennenden Turms, den er bis zuletzt verteidigte. Seine Frau soll an seiner Seite gestanden haben.

Deren Sohn Albero II. ("Albero der Jüngere") dürfte bei der Zerstörung der Burg etwa 14 Jahre alt gewesen sein und wohl in seiner Ausbildung zum Knappen an einem anderen Ort, was nach den überlieferten Zusammenhängen am ehesten auf die Burg Hagen des Erzbistums Bremen deutet.





Die Ursachen des Aufstands lassen sich aus den damaligen Umständen erklären. Der Auslöser des Aufstands der Stedinger ist dabei aller Wahrscheinlichkeit nach im Umfeld der Lechtenburg und der damit verbundenen Vorgehensweise der Oldenburger Grafen sowie der Taten der Burgbewohner der Lechtenburg selbst zu suchen.

Als Albero II. Jahre später zurückkehrte, um den Namen seiner Familie wiederherzustellen, soll er das alte Wappen seines Vaters gefunden haben, verkohlt, gebrochen, aber noch erkennbar. Der junge Ritter sagte: „Solange der Pfahl steht, steht auch unser Haus“.


Die Schlacht bei Altenesch
Mit jedem Sieg in den Kämpfen wuchs bei den Stedinger Bauern das Verlangen nach Unabhängigkeit. Schließlich lehnten sie nicht nur die Zahlung des Kirchenzehnten ab, sondern widersetzten sich auch den Forderungen der geistlichen und weltlichen Herrscher. Mehrere Versuche des Bremer Erzbistums und der Grafen von Oldenburg, die Rebellion niederzuschlagen, scheiterten kläglich. Ein besonders schwerer Rückschlag für die Gegner der Stedinger war das Jahr 1229: Damals besiegten die Bauern ein Heer unter der Führung von Hermann von der Lippe, dem Bruder des Erzbischofs Gerhard II. Auch 1233 mussten die vereinten Truppen der Oldenburger Grafen unter der Leitung von Burchard von Oldenburg eine empfindliche Niederlage hinnehmen. Um dennoch eine Lösung zu erzwingen, nutzte der Bremer Erzbischof Gerhard II. seine Verbindungen nach Rom: Er beschuldigte die Stedinger beim Papst Gregor IX. schwerwiegender Vergehen. Ihnen wurde vorgeworfen, Priester und Mönche getötet, Kirchen und Klöster geplündert oder in Brand gesteckt zu haben. Auf Basis dieser Anschuldigungen erklärte der Papst die Stedinger zu Ketzern und erließ eine Kreuzzugsbulle gegen sie. In den offiziellen Dokumenten wurden ihnen folgende Vorwürfe gemacht: Gewalttätigkeiten gegen weltliche und geistliche Personen, Verunehrung der Hostie, Aberglaube und Anbetung böser Geister sowie Weigerung, zur kirchlichen Gemeinschaft zurückzukehren.

Am 27. Mai 1234, zwischen dem fünften und sechsten großen Kreuzzug, kam es zur „Schlacht bei Altenesch“. In diesem Gefecht wurden die Stedinger von einem Kreuzfahrerheer besiegt. Bemerkenswert ist, dass es sich hierbei um den einzigen Kreuzzug handelte, der auf deutschem Boden ausgetragen wurde.




Laut historischen Quellen verfügte das siegreiche Heer über rund 6.000 bewaffnete Kämpfer, darunter etwa 800 Ritter. Diesen standen etwa 4.000 Stedinger Kämpfer unter der Führung von Thammo von Huntorp, Detmar zum Diek (tom Dyk) und Bolko von Bardenfleth gegenüber. Die Schlacht endete mit einer vernichtenden Niederlage für die Stedinger, deren Verluste auf bis zu 6.000 Tote geschätzt werden. Nach ihrem Sieg teilten die Sieger das Gebiet Stedingens unter sich auf. Der Großteil des Landes fiel an die Grafen von Oldenburg. Allerdings überließen diese das Land größtenteils entweder den überlebenden, unterworfenen Stedingern oder neuen Siedlern im Rahmen des Meierrechts, einer Pachtform, die mit der Verpflichtung zur Zahlung des Zehnten verbunden war. Viele Höfe, die einst von Stedinger Bauern bewirtschaftet worden waren, lagen nach der Schlacht bei Altenesch brach. Zudem hatten die überlebenden Stedinger aufgrund der Ketzergesetze ihren Besitz verloren. Das Land wurde daher neu vergeben. Auch einige Kreuzfahrer ließen sich in der Region nieder, da sie als Lohn für ihre Kriegsdienste Land in Stedingen zugewiesen bekamen. 




Im Museum des Oldenburger Schlosses ist heute noch ein Schwert aus der Schlacht von Altenesch ausgestellt. Auf dem Schlachtfeld selbst steht heute die St.-Gallus-Kirche, welche im Jahr 1299 geweiht wurde.

Man sagt, dass die Glocke der Kirche in manchen Nächten zweimal geläutet hatte, einmal für die Lebenden, einmal für die Gefallenen.


Seit 1834 erinnert ein gusseiserner Obelisk an der Landstraße 875 in Lemwerder-Altenesch, genauer gesagt auf dem Veithügel, an die Schlacht bei Altenesch. Bis heute wird an diesem Denkmal jährlich ein Kranz als Zeichen des Gedenkens an die gefallenen Stedinger niedergelegt. 

Als der gusseiserne Obelisk errichtet wurde, soll der Schmied, der die letzte Platte anbrachte, plötzlich aufgeschreckt worden sein. Er schwor später, er habe eine kalte und schwere Hand auf seiner Schulter gespürt. Niemand war hinter ihm. Der Schmied sagte: „Es war einer von ihnen. Einer, der wollte, dass wir uns erinnern“.


In Bremen erinnern heute Straßen wie die Bardenfleth-Straße, die Huntorp-Straße und die Tom-Dyk-Straße an die historischen Stedinger Heerführer. Die „Stedingsehre“ hingegen ehrt das Andenken an die Schlacht bei Altenesch. Auch die Kirche gedachte des Sieges über die Stedinger: Bis zur Reformationszeit fand jährlich am letzten Sonnabend vor Christi Himmelfahrt eine feierliche Prozession statt, die an dieses Ereignis erinnerte.





Eine Beteiligung eines Ritters von Lienen an der Schlacht bei Altenesch ist nicht überliefert. Auch bezüglich sonstiger mutmaßlicher Vergeltungen der Ritter von Lienen gegenüber den Stedingern aufgrund des vorangegangenen Angriffs auf die Burg Lienen ist nichts bekannt.

Albero II. soll gesagt haben: „Ein Haus, das nur von Rache lebt, stirbt zweimal“. Und so beschloss er: Er würde in dieser Schlacht nicht kämpfen. Nicht für die Kirche. Nicht gegen die Stedinger. Nicht für Rache. Nicht für Ruhm. Und obwohl er an der Schlacht nicht teilnahm, behaupteten manche überlebende Stedinger später, sie hätten während des Kampfes eine Gestalt weit entfernt, am Rand des Feldes gesehen: hochgewachsen, ohne Banner, ohne Wappen und ohne Schwert. Die Gestalt griff nicht ein. Sie beobachtete nur. Die Stedinger sagten wohl später: „Es war einer, der uns nicht hasste“.


Der Alltag auf dem Ritterhof
Der Alltag auf dem Ritterhof auf der Weserinsel war geprägt von einer ständigen, wenn auch wechselnden Besatzung aus Knechten, Mägden, Handwerkern und Wachleuten. Während der Wohnturm Schutz bot und repräsentative Funktionen erfüllte, spielte sich das tägliche Leben in den umliegenden Wirtschaftsgebäuden ab. Die Anlage wurde über mehrere Generationen hinweg ausgebaut und erreichte ihre größte Bedeutung vermutlich zwischen 1210 und 1360, als die Ritter von Lienen fest im regionalen Adel etabliert waren. Der Hof erscheint in Urkunden als "curia in Rader Sand".

Dabei stand Verantwortung gegenüber Hof, Land und Lehnsherr für die Ritter von Lienen im Vordergrund, wobei sie nicht nur kämpfen und verwalten mussten, sondern auch zum Beispiel schlichten. Der Herr des Ritterhofes war die erste Instanz bei Streitigkeiten zwischen Bauern, Handwerkern oder Nachbarn. Oft ging es dabei weniger um Strafen, sondern vielmehr um Ausgleich. Es wurden beide Seiten angehört, Zeugen mussten schwören und dann wurde nach Gewohnheitsrecht und christlicher Moral entschieden. Ebenfalls hatten die Ritter von Lienen täglich mit der Zollerhebung auf der Weser zu tun. Sie mussten sicherstellen, dass niemand den Zoll umging, Händler fair behandelt wurden, keine Übergriffe statt fanden und auch dass der Anlegeplatz intakt blieb.

Typisch waren am Tage regelmäßige kurze Gebete am Morgen, vor wichtigen Entscheidungen, beim Anlegen des Schwertes und am Abend. Grundnahrungsmittel waren Gersten- oder Roggenbrot, Fisch, seltener Fleisch und als Alltagsfrühstück Haferbrei. Zu trinken gab es oft Dünnbier, da es reiner war als Wasser. Klassisches Mittagsgericht war Gemüseeintopf oder auch Haferbrei mit Brot, Butter, Käse oder Schmalz. Süßes und auch Früchte gehörten eher zum seltenen Luxus. Abends saßen alle zusammen an der großen Tafel und tauschten sich über den Tag aus. Auch wenn Besuch durchaus üblich war, die Insel lebendiger Verkehrspunkt war und viele Aufgaben zu erledigen und zu verteilen waren, wurde insgesamt relativ wenig gesprochen. Alltagsgespräche waren kurz und funktional, Sprache war damals ein Werkzeug und es gab keine Smalltalk-Kultur wie heutzutage. Insgesamt ging man zu der Zeit sparsam mit Sprache um, Worte hatten Gewicht und ein Satz konnte Ehre, Recht oder Konflikt bedeuten.

Es gab Bücher, aber eher Gebetsbücher oder Urkundenbücher als Bücher mit Geschichten. Für das Schreiben der Urkunden, der Abgabenbücher, der Listen über Vieh, Felder und Pächter oder bei Schlichtungen gab es am Hof einen Schreiber. Er schrieb auch Briefe im Namen der Ritter von Lienen, beispielsweise an die Grafen von Oldenburg, an das Erzbistum Bremen oder an Klöster. Der Schreiber war Vertrauter und Berater. Es gab spielende Kinder, Gesang oder Flötenspiel oder einfache Arbeitslieder. Wenn Spielleute vorbeikamen auch Lauten-, Fidel- oder Harfenmusik.





Allerdings gab es auch damals schon den Wandel der Zeit. Der Alltag auf dem Ritterhof bereits um 1310 war deutlich härter als um 1210. Die Welt war rauher geworden und Grafen und Kirche griffen stärker ein. Während noch um 1210 Wachstum, Stabilität, klare Ordnung und lebendiger Handel das Leben prägte, bestimmten später Unsicherheit, Klimakälte, mehr Schriftlichkeit und mehr Herrschaftskontrolle das Bild des Alltags. Ab Frühjahr 1315 begann eine Serie von katastrophalen Regenjahren. Eine Kombination aus extrem schlechtem Wetter, Ernteausfällen, Tierseuchen und politischer Überforderung führte zu einer Hungersnot, die Millionen Menschen betraf und die Gesellschaft dauerhaft veränderte. Die Pest breitete sich zwischen 1347 und 1351 durch ganz Europa aus. Städte wie Bremen und Oldenburg wurden besonders hart getroffen. Mit dem Eintreffen der Pest in Norddeutschland um ca. 1350  war ein Tiefpunkt erreicht.

Kurz‑Geschichte: Rader Sand 1195 bis 1395

1195 – 1220: Aufbruch, Ordnung, Wachstum
Der Morgen ist hell, die Weser glitzert. Auf der Warft stehen neue Gebäude, noch hell vom jungen Holz. Albero von Lienen spricht mit einem Fischer über Fangrechte, während zwei Knechte einen neuen Steg ausrichten. Der Schreiber sitzt über einer Wachstafel, notiert Abgaben, die immer regelmäßiger fließen. Händler legen an, der Handel wird dichter, die Wege sicherer. Der Ritterhof wirkt wie ein wachsender Organismus, kräftig und voller Zuversicht.

1220 – 1260: Konsolidierung, Struktur, Bürokratie
Der Morgen ist mild, aber feuchter als früher. Der Schreiber sitzt im Turm über Pergamenten, die Listen werden länger, die Regeln genauer. Ein Bote bringt ein Schreiben über neue Zollbestimmungen. Auf dem Steg warten Händler, denn die Abfertigung dauert nun länger. Der Hof lebt, aber er ist nicht mehr nur frei, sondern Teil eines größeren Gefüges.

1260 – 1310: Belastung und beginnende Unsicherheit
Der Morgen ist schwer, der Nebel hängt tief über der Weser. Der Schmied schärft Waffen, denn Fehden sind häufiger geworden. Ein Ritter übt mit seinem Sohn das Reiten, ernster als früher. Händler legen an, aber sie erzählen von Überfällen flussaufwärts. Der Hof steht noch fest, aber die Welt um ihn herum beginnt zu drücken.

1310 – 1350: Druck und Krisen

Der Morgen ist grau, die Luft feucht und schwer. Zwei Felder tragen kaum Ertrag, die Sommer sind unzuverlässig geworden. Ein Knecht treibt mageres Vieh über die Weserinsel. Der Schreiber sitzt über einem Stapel Pergamente, neue Abgaben, neue Befehle, neue Sorgen. Frauen teilen die Vorräte ein, die dieses Jahr wieder knapp sind. Der Hof hält stand, aber die Risse im Alltag sind unübersehbar.

1350: Ein einzelnes Jahr
Der Morgen ist still, zwei Häuser stehen leer. Ein Händler bittet um Geleit, doch der Ritter zögert, denn zwei Knechte liegen krank, einer ist gestern gestorben. Der Schmied arbeitet schweigend, das Eisen rostet schneller in der feuchten Luft. Ein junger Knecht flickt neue Schäden des Hochwassers. Die kleine Kapelle füllt sich zur Vesper, voller Angst und Hoffnung zugleich.

1350 - 1362: Erholung, Neuordnung, neue Freiheiten
Der Morgen ist still, aber nicht mehr so leer wie im Pestjahr. Auf der Weserinsel stehen noch immer verlassene Häuser, doch aus manchen steigt wieder Rauch auf. Der Handel auf der Weser nimmt wieder zu, vorsichtig, aber stetig. Händler bringen Salz, Korn und Tuch, und die Vorratskammern füllen sich langsam. Der Hof wirkt wie ein Körper, der nach schwerer Krankheit wieder Kraft sammelt, noch schwach, aber voller Möglichkeiten. Die Welt ist im Wandel, und zum ersten Mal seit Jahren spürt man wieder Zukunft.

1362: Das Jahr der Großen Flut
Der Morgen ist dunkel, der Wind heult schon vor Sonnenaufgang. Am Ufer schlagen Wellen höher als gewohnt, und die Knechte sichern hastig Boote und Stege. Doch gegen Mittag steigt das Wasser schneller, als jemand laufen kann. Die Sturmflut bricht über die Küsten herein. Vieh ertrinkt, Scheunen brechen ein, und die Warft steht unter brauner, tobender Flut. Der Hof überlebt, aber die Welt hat sich erneut verändert. Die Menschen sprechen von Gottes Zorn und von einer Zeit, die nicht zur Ruhe kommen will.

1362 – 1395: Rückzug, Übergang, Verkauf
Der Morgen ist kühl, und über den Feldern liegt noch der salzige Geruch der großen Flut. Der Turm steht, aber alles wirkt verändert. Der Boden ist schwer, manche Wiesen tragen nur noch dürres Gras. Zwei Häuser bleiben leer, und der Schmied arbeitet nur noch an wenigen Tagen. Händler legen seltener an, denn die Wege haben sich verändert, und weiter nördlich sind ganze Landstriche verschwunden. Die Menschen sprechen von einer Welt, die sich zurückzieht. Mit dem Verkauf 1396 endet der Rader Sand nicht als gescheiterter Ort, sondern als Teil einer größeren Bewegung. Ein Ort, der seine Zeit hatte.



Die Erzbischofsfehde von 1350

Moritz von Oldenburg gehörte zum Oldenburger Grafenhaus und war Erzbischof von Bremen. Auf Drängen des Papstes sollte Moritz von Oldenburg zugunsten des Osnabrücker Bischofs Gottfried von Arnsberg auf das Amt des Erzbischofs verzichten. Es entstand ein größerer Konflikt, der später als die sogenannte Erzbischofsfehde in die Geschichte einging. Letztendlich zog Moritz von Oldenburg mit einem in den Quellen angegebenen Heer von 900 Rittern gegen Bremen. Zu seinen Verbündeten zählten auch die Grafen von Oldenburg und nach den überlieferten Angaben Otto von Lienen.





In dem Gefecht fielen etwa 30 Bremer und weitere gerieten in Gefangenschaft - die übrigen zogen sich hinter die Mauern der Stadt zurück. Nach diesem Konflikt blieb Gottfried von Arnsberg zwar Erzbischof, aber Moritz von Oldenburg behielt die Kontrolle über das Erzbistum als sogenannter Koadjutor oder Administrator.

Im Rahmen dieser Erzbischofsfehde wurde Otto I. von Lienen 1350 nach den überlieferten Berichten vor dem Bremer Ostertor von Moritz von Oldenburg zum Ritter geschlagen.

"Als die Reihen der Oldenburger wankten und die Bürger mit lautem Ruf vorstießen, stellte sich Otto ihnen entgegen und hielt stand, wo andere zurückwichen. Man sah, wie er mit festem Arm den Schild hob und die Seinen sammelte, sodass der Angriff der Bürger gebrochen ward. Da ritt Moritz selbst herzu, und mitten im Lärm des Kampfes legte er Otto die Schwertklinge auf die Schulter und sprach vor allen: „Für deine Treue und deinen Mut sollst du Ritter sein.“ Und so wurde Otto von Lienen vor dem Ostertor zum Ritter geschlagen, nicht in Frieden und Feier, sondern im Staub des Schlachtfeldes."


...und für einen Moment sieht Otto in seinen Gedanken möglicherweise nicht die Stadt, nicht die Menge, nicht den Stahl, sondern den Hof, die leeren Häuser, die müden Knechte, die Kinder in der Kapelle, die dunkle Weser und die Pest, die wie ein Schatten über allem liegt. Dann berührt das Schwert seine Schulter. Ein Schlag, ein Atemzug, ein neuer Rang. Otto richtet sich auf und in seinen Augen liegt vielleicht beides: Stolz und Sorge.


Am 13. Juli 1350 verständigte sich Moritz auf einen Waffenstillstand mit dem Rat. Um die Fehde beizulegen wurde unter anderem der Edelherr Konrad VIII. von Diepholz als Schiedsrichter eingesetzt.




Graf Moritz hatte die Unterstützung des Rates der Stadt Bremen und auch des Domkapitels. Gegen den Papst konnte er sich aber später nicht mehr durchsetzen und so wurde gegen seinen Willen im Jahr 1361 Albrecht II. Erzbischof von Bremen, welcher erfolglos versuchte, die Macht in Bremen an sich zu reißen. Im Jahr 1366 wollte Albrecht II. einen Streit zwischen den Bremer Zünften und dem Rat zu seinen Gunsten ausnutzen und ließ die erste Bremer Rolandsfigur verbrennen, welche als Symbol der Freiheit auf dem Bremer Marktplatz zunächst aus Holz errichtet wurde. Bremen machte sich im Laufe der Jahre aber vom Erzstift unter Albrecht II. unabhängig und
sein aufwendiger Lebensstil und politische Konflikte führten dazu, dass er das Stedinger Land an die Grafen von Oldenburg verpfänden musste, wodurch dieses Land neben dem Verlust weiterer Kirchengüter dem Bremer Erzbistum verloren ging. Nach vielen Auseinandersetzungen zwischen Oldenburg und Bremen blieb das Stedinger Land links der Weser letztendlich im Besitz der Oldenburger Grafen.

Die Flutkatastrophe von 1362
Die Marcellusflut war eine der größten Naturkatastrophen des Mittelalters. Sie zerstörte Siedlungen und veränderte die Küstenlinie nachhaltig. Zeitgenössische und spätere Quellen berichten von zehntausenden Toten und massiven Landverlusten. Bei dieser Flutkatastrophe soll auch die Kirche von Lienebrok versunken sein.

Eine Sage berichtete, dass diese Kirche bereits lange vor der Flut leer gestanden hat und Wölfe darin wohnten.

Das folgende Bild zeigt eine künstlerische Rekonstruktion des Tages dieser Sturmflut für den Ritterhof auf dem Rader Sand.



Zwischen den Flüssen Weser und Liene gab es unmittelbar danach keine klare Uferlinie. In dieser Zeit sprach man auch vom „Liener Sand“, was bedeutete, dass der Ort zu einer Insel geworden war. Quellen berichten von einer ringförmigen Eindeichung des Gebietes um Lienen herum, welche um 1380 vorhanden war ("Inseldeich") und vor dem Wasser aus Weser und Liene schützte.



Die Glocke der Liener Kirche soll niemals geborgen worden sein. Anwohner berichteten, dass man an manchen Abenden ein tiefes, fernes Läuten gehört hat, wenn Nebel über das Wasser zog.


Es entstand durch die eindringenden Wassermassen eine zeitweise Verbindung der Liene mit der Jade, wobei große Bereiche nördlich der Liene überschwemmt wurden. Durch den Deichbau wurde diese Verbindung später wieder unterbrochen.


Das 14. Jahrhundert - Weitere Ereignisse
Die Bremer Ratsfehde von 1304/05 war ein kurzer, aber heftiger Machtkampf innerhalb der Stadt. Zwei rivalisierende Gruppen im Rat gerieten so stark aneinander, dass eine Partei aus Bremen vertrieben wurde. Die Vertriebenen verbündeten sich daraufhin mit Teilen des erzbischöflichen Adels und begannen eine bewaffnete Fehde gegen die Stadt. Bremen setzte sich militärisch durch, festigte die Macht des Rats und stärkte seine politische Unabhängigkeit gegenüber dem Umland. Die Fehde gilt als wichtiger Schritt auf dem Weg Bremens zur selbstbewussten, weitgehend autonomen Hansestadt.

Das Stadtrecht erhielt Oldenburg im Jahr 1345 durch Graf Konrad I. von Oldenburg. 1356 wurde durch Karl IV. die goldene Bulle erlassen. Es sollten von nun an die sieben Kurfürsten den König wählen. Das waren die Erzbischöfe von Mainz, Trier und Köln (der Anteil der geistlichen Reichsfürsten) sowie dem Herzog von Sachsen, dem Markgrafen von Brandenburg, der König von Böhmen und dem Pfalzgrafen vom Rhein. Die Goldene Bulle gilt als eines der wichtigsten Verfassungsdokumente des Reiches, im heutigen Sinne eine Art Grundgesetz. 

Im 14. Jahrhundert erreichte die Hanse ihre größte politische und wirtschaftliche Bedeutung.
Die Hanse und der deutsche Ritterorden waren über längere Zeit enge Verbündete. Bekannt ist, dass die Bremer Ministerialen an gemeinsamen Kämpfen mit der Hanse beteiligt waren.

Unter Führung Lübecks setzte sich die Hanse im Bund mit dem Deutschen Orden und der Dithmarscher Bauernrepublik gegen den dänischen König Waldemar IV. Atterdag durch und sichert sich durch den "Frieden von Stralsund" die wirtschaftliche Vorherrschaft im Nord- und Ostseeraum. Bremen war als Hansestadt wichtiger Handelspunkt. Waren wurden unter anderem über die Weser zunächst mit den sogenannten Koggen transportiert. Der berühmte Fund der "Bremer Kogge", die im Jahr 1380 in der Weser bei Bremen gesunken war, ist heute im Schifffahrtsmuseum Bremerhaven ausgestellt.




Die Hanse hatte lange Zeit Schwierigkeiten, sich gegen die Seeräuber durchzusetzen. Verschiedene Grafschaften stellten den Piraten  sogenannte Kaperbriefe aus und nutzten damit Freibeuter für eigene Interessen. Die Piraten wurden dadurch zu Freibeutern und griffen im Dienst des Landes fremde Schiffe an. Das machte beispielsweise auch Graf Konrad II. von Oldenburg so. Auch der Sohn von Graf Konrad II. von Oldenburg, Graf Moritz II. von Oldenburg soll den Vitalienbrüdern zeitweise Schutz und Unterschlupf gewährt haben. Im April 1400 gehen die Hansestädte vereint gegen die Seeräuber vor: Elf Koggen mit insgesamt 950 Mann Besatzung erringen einen wichtigen Sieg gegen die Piraten und kurz darauf wird einer der berühmtesten Piraten, Klaus Störtebecker, gefangen genommen.  



Man erzählt sich, dass die Familie von Lienen einst ein breites und schweres Schiff aus dunklem Eichenholz besaß, das in einer der alten Werften an der Unterweser gebaut worden sein soll. Beim Stapellauf sagten wohl die Schiffsbauer, das Holz klinge wie ein Herz, das sehr langsam schlägt. Das langsame Herz des Schiffes sollte angeblich mahnen, nicht zu hastig zu handeln, aber auch nicht zu zögern, wenn der richtige Moment gekommen war.



Das 15. Jahrhundert - Weitere Ereignisse
Im 15. Jahrhundert setzte sich in Mitteleuropa zunehmend der Humanismus durch, und die Renaissance begann sich auszubreiten. Wirtschaft und Handel entwickelten sich weiter und Handelsfamilien wie die Fugger wurden zum Teil so reich, dass sie einen großen Einfluss auf die Politik hatten. Die Macht der Kirche wurde geringer, worauf die Kirche durch härtere Unterdrückung Andersgläubiger reagierte.  Die Erfindung des Buchdrucks förderte die Aufklärung. Viele Territorien entwickelten sich zu stabileren Fürstentümern, und dynastische Herrschaftsformen verfestigten sich.

Nach der Niederlage in der Schlacht bei Tannenberg 1410 begann der Deutsche Orden allmählich an politischer Bedeutung zu verlieren.

Die letzte bekannte Urkunde, in der Graf Moritz II. von Oldenburg gemeinsam mit Ritter Otto II. von Lienen genannt wird, stammt aus dem Jahr 1418.

Eine Sage erzählt, dass Otto II. eines Abends allein an die Weser ritt. Er trug keine Rüstung, nur einen einfachen Mantel. Er hielt sein Schwert in der Hand. Nicht zum Kampf, sondern zum Abschied. Er ritt bis zum Rand des Wassers und soll dort das Schwert in den Fluss geworfen haben. Das Schwert sank nicht sofort, sondern blieb einen Moment lang aufrecht im Wasser stehen, wie der rote Pfahl seines Wappens.




Ab der Mitte des 15. Jahrhunderts verlieren sich die Spuren der Ritter von Lienen in den Urkunden, ihre direkte Beteiligung an militärischen oder politischen Angelegenheiten ist nicht mehr nachweisbar.

Im Spätmittelalter begann ein Wandel in der Kriegsführung: Leichtbewaffnete Fußtruppen gewannen zunehmend an Bedeutung. Zunächst kämpften sie noch neben den schwer gepanzerten Ritterheeren, doch mit der Zeit verloren letztere ihre militärische Vorrangstellung. Um 1500 verzichtete man aufgrund der veränderten Kriegstechnik fast vollständig auf den Einsatz von Rittern im Gefecht. Ein Meilenstein dieser Entwicklung war der „Ewige Landfriede“ von 1495, ein zentrales Reichsgesetz, das die bis dahin übliche Fehdeführung verbot. Unter der Herrschaft von Kaiser Maximilian I. wurden kurze Zeit später die Reichskreise als neue Verwaltungsstruktur eingeführt. Zudem wandelte sich die Bezeichnung des Reiches: Aus dem „Heiligen Römischen Reich“ wurde das „Heilige Römische Reich Deutscher Nation“, das vom Spätmittelalter bis 1806 Bestand hatte.
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Es wurden im 15. Jahrhundert noch einige Familien von Lienen als Knappenfamilien genannt, wie zum Beispiel die Familien der Knappen Alberen (Albern) von Lienen (urkundl. 1480), Borges von Lienen (urkundl. 1473), Jahan (Johan) und Diderick (Dietrich) von Lienen (urkundl. 1477) sowie Otto von Lienen (urkundl. 1482). Die urkundlichen Nennungen beziehen sich meist auf Landverkäufe. Die Knappen gehörten zum niederen Adel und nahmen wichtige lokale Verwaltungs- und Gerichtsämter wahr.  Sie stellten zum Beispiel Deichgrafen, Geschworene und besetzten die wichtigsten politischen Funktionen.

Mit dem Ende des Mittelalters (Spätmittelalter: 1250-1500) endete also auch die Zeit der Ritter und Knappen von Lienen sowie der Ritter anderer Familien der Region Oldenburg / Bremen. Und auch im gesamten Gebiet von Europa ging die Zeit der Ritter mit Ausklang des 15. Jahrhunderts zu Ende.




Die Kanzlei des Erzbischofs Johan Rode zu Bremervörde zählte um 1500 die von Lienen zu den "Geschlechtern, die ehemals Dienstmannen der Bremer Kirche" waren.

Dabei ist die Rede davon, dass seitens der Linie "die meisten zwar verkamen" (gestorben sind) aber "etlike (etliche) noch am Leben" seien.

Als das Rittertum verschwand, verloren viele ihre Aufgabe, ihren Stand, ihren Platz in der Welt. Die „etlichen“, die noch lebten, waren laut Erzählungen  jene, die sich dem Wandel nicht widersetzten. Man sagte sich, sie hätten das Schwert gegen die Feder getauscht, den Dienst gegen das Handwerk, den Hof gegen das Dorf.

Doch eines behielten sie: „Den roten Pfahl im Herzen“, denn diese Wenigen trugen den Namen von Lienen weiter. Nicht als Ritter, sondern als Menschen, die wussten, woher sie kamen.



Das 16. Jahrhundert - Weitere Ereignisse

Im 16. Jahrhundert gab es viele kleine Fürstentümer und Grafschaften. Die Gesellschaftsstruktur zwischen Adel und Bürgertum änderte sich allmählich. Die ländliche Bevölkerung war vielerorts arm und litt unter Frondiensten und Abgaben. Bauernaufstände erreichten dadurch im 16. Jahrhundert einen Höhepunkt.
Die im Stedinger Land verbliebenen "von Lienen" lebten dort in dieser Zeit vermutlich bäuerlich.

Eine alte Geschichte erzählt von einem Mann namens Didrich von Linen, der um 1560 im Stedinger Land gelebt haben soll. Er war Bauer, wie alle anderen. Doch die Leute sagten, er habe einen Blick gehabt, der „durch Nebel und Menschen hindurchsah“. Ein alter Knecht sagte: „Wenn Didrich aufs Feld ging, stand er da wie ein Ritter ohne Rüstung.“ Niemand wusste, woher er diesen Blick hatte. Doch manche flüsterten: „Das ist der Blick derer, die einst auf Türmen standen“.




In vielen Regionen entstanden neue Glaubens-Gemeinschaften. Es entwickelte sich die Kunst, Medizin und andere Wissenschaften. Der Ablasshandel und kirchliche Missstände waren für Martin Luther 1517 zentrale Gründe, seine 95 Thesen zu verfassen.  Diese wurden zum Auslöser für Reformationen in ganz Europa.
Der Reformationsprozess führte dazu, dass das Gebiet um Lienen herum mit der Grafschaft Oldenburg und dem Erzstift Bremen überwiegend protestantisch wurde und bis heute geblieben ist. Die heutige Grenze der ev.-luth. Landeskirche Oldenburg zeigt noch nahezu unverändert die ehemaligen Grenzen der Grafschaft Oldenburg bzw. des späteren Herzogtums Oldenburg / Großherzogtums / Landes Oldenburg vor 1946.



Zum Amtsantritt des Oldenburger Grafen Anton I. von Oldenburg im Jahr 1526 wurde ein Otto von Lienen namentlich genannt. Otto von Lienen kaufte ein Haus im Jahr 1521 in der Mühlenstraße in Oldenburg. 

Die Nachvollziehbarkeit verwandtschaftlicher Verbindungen zwischen der Mitte des 15. und dem Ende des 16. Jahrhunderts, gestaltet sich relativ schwierig. Nach dem Chronisten H. Hamelmann soll beispielsweise ein Johan von Linen im Niederländischen Krieg um 1596 gefallen sein.



Quellen nennen als Nachkommen des Johan von Lienen einen Johann von Lienen, geb. um 1590, mit Grundbesitz im Gebiet des früheren Lienebrok, sowie dessen Nachfolger Jürgen von Lienen. Andere Quellen führen dieselben Namen in gleicher Reihenfolge, jedoch mit leicht abweichenden Jahresangaben, und ordnen ihnen Besitz im heutigen Jaderaußendeich zu, rund 15 km nördlich des historischen Lienebrok. In welche Richtungen sich die Familie in dieser Zeit im Detail verzweigt hat, lässt sich heute nicht mehr vollständig und zweifelsfrei rekonstruieren.

In regionalen Überlieferungen findet sich zudem der Hinweis, dass sich ein Johan von Lienen in den unruhigen Jahren um 1600 zeitweise im Jaderland aufgehalten habe und seine Spur dort verlor. Diese Notiz wurde später herangezogen, um das zeitgleiche Auftreten gleichnamiger Familienmitglieder im Lienebrok und im Jaderaußendeich zu erklären und die heute nicht mehr eindeutig rekonstruierbare Verzweigung der Linie in dieser Phase zu begründen.

Das 17. Jahrhundert - Weitere Ereignisse

Das 17. Jahrhundert war vor allem geprägt durch den 30jährigen Krieg. Durch den Krieg selbst und auch durch die dadurch entstandenen Hungersnöte und Seuchen wurden ganze Landstriche verwüstet und entvölkert. Während dieses Krieges bewahrte der Landesfürst und Reichsgraf von Oldenburg Graf Anton Günther durch seine Neutralitätspolitik gegenüber den kriegsführenden Mächten und einzelnen Heeresführern sein Land als eines der wenigen Territorien weitgehend vor Not, Elend und Verwüstung. 

Eine Legende erzählt, Graf Anton Günther habe den ligistischen Feldherrn Graf von Tilly vom unmittelbar bevorstehenden Überfall auf die Stadt Oldenburg abhalten können, indem er ihm wertvolle Pferde schenkte und ihm einen Weg durch die Moore verriet.

Graf Anton Günther gründete den heute noch bekannten Kramermarkt im Jahr 1608. Eine alte Karte aus dem gleichen Jahr zeigt den Ort Lienen als "Ridderwort" - hochdeutsch: die Ritterwurt, also eine Wurt, auf der ehemals Ritter wohnten, nämlich die erste Generation der von Lienen.




Nach dem Großbrand in Oldenburg im Jahre 1678, bei dem nahezu die ganze Stadt zerstört wurde, siedelten sich viele Menschen im Umland der Stadt an. Besitz und Urkunden sind zu einem großen Teil verloren gegangen. Die folgende Karte zeigt das Stadtbild von Oldenburg unmittelbar vor dieser Brandkatastrophe um das Jahr 1650. Die Stadt Oldenburg hatte zu dieser Zeit etwa 4000 Einwohner.



In Bremen wurden noch mehrere Ratsfamilien v. Lienen erwähnt, deren Linie nach jetzigem Kenntnisstand 1786 mit dem Tod des Hermann von Lienen (Bremens Bürgermeister 1773-76) endete. Die Karte zeigt das Stadtbild von Bremen von ca. 1650. Bremen hatte zu der Zeit etwa 25.000 Einwohner. Um 1350 waren es ca. 10.000. Das Erzstift Bremen wurde mit dem westfälischen Frieden von 1648 säkularisiert und zum Herzogtum erklärt. Schweden erhielt als Kriegsentschädigung zwei große Gebiete im Norden Deutschlands: das Herzogtum Bremen und das Fürstentum Verden Beide zusammen wurden später als Herzogtum Bremen‑Verden bezeichnet. Das Herzogtum Bremen und das Fürstentum Verden blieben staatsrechtlich eigenständige, deutsche Fürstentümer. Der schwedische Monarch wurde zwar Landesherr, aber nicht als König von Schweden, sondern als deutscher Reichsfürst. Das war ein völlig normaler Vorgang im Heiligen Römischen Reich: ausländische Monarchen konnten deutsche Territorien besitzen.



Die Besiedelung um Lienen herum war zur selben Zeit deutlich dünner und kleinteiliger. Die Karte zeigt die damaligen Siedlungen im Gebiet der heutigen Wesermarsch. Aus der damaligen "Harrier Bracke" wurde der Name der heutigen Kreisstadt Brake. Die übrigen dargestellten Ortsnamen kann man den heutigen Ortschaften und Stadtteilen zuordnen.

Eine Geschichte berichtet, dass in einem der alten Bauernhäuser ein verblasstes Wappenbrett im Dachgebälk versteckt gewesen sei. Es zeigte den roten Pfahl auf Silber, doch der Pfahl war kaum noch zu erkennen, wie ein Schatten im Holz. Der Großvater des Hauses soll gesagt haben: „Das ist kein Wappen mehr. Das ist eine Erinnerung“. Und er verbot, es zu entfernen.

Auf der von dem Ort Lienen aus gegenüberliegenden Seite der Weser war zu dieser Zeit noch die Ortschaft Stelle in der Karte eingetragen. Heute ist dieser Ort nicht mehr zu finden. Lediglich der Landstrich "Steller Bruch" erinnert heute an den namensgebenden Ort der direkten Vorfahren der Familie von Lienen - den von Stelle aus der damaligen Verwandtschaft Erzbischof Liemars.






Aus dem "Oldenburger Häuserbuch" sind weitere Einträge auf den Namen "von Lienen" aus dieser Zeit und danach bis zum großen Brand von 1678 vorhanden.




18. Jahrhundert bis Heute

Im 18. Jahrhundert ging das Herzogtum Bremen‑Verden durch einen vertraglich vereinbarten Kaufpreis von rund 1 Million Talern aus schwedischem Besitz an das Kurfürstentum Braunschweig‑Lüneburg über. Dort verblieb es, bis 1866 das Königreich Hannover von Preußen annektiert wurde. Die Grafschaft Oldenburg ging 1774 in das Herzogtum Oldenburg über.

In Form des Großherzogtums gehörte Oldenburg zunächst ab 1815 zum Deutschen Bund, ab 1867 zum Norddeutschen Bund und ab 1871 zum Deutschen Kaiserreich.
Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts lebten vermutlich die meisten Angehörigen der Familie von Lienen in diesem Gebiet. Nach dem Ende des Heiligen Römischen Reiches im Jahr 1806 trat Bremen als Freie Hansestadt in eine neue staatsrechtliche Phase ein. 1866 trat Bremen dem Norddeutschen Bund bei. 1871 erhielt Bremen im neu gegründeten Deutschen Kaiserreich den verfassungsmäßigen Namen „Freie Hansestadt Bremen“.  Die Stadtgemeinde Bremen ist heute die Hauptstadt des Bundeslandes Freie Hansestadt Bremen (kurz: "Bremen"), zu dem neben der Stadt Bremen auch die Stadt Bremerhaven gehört.

Nach der Novemberrevolution 1918 wurde aus dem Großherzogtum Oldenburg der Freistaat Oldenburg, welcher bis 1946 Bestand hatte. Die Stadt und der Landkreis Oldenburg gehören heute zum Bundesland Niedersachsen. Das "Haus Oldenburg" ist aufgrund bestehender verwandtschaftlicher Beziehungen heute eines der bedeutendsten Geschlechter des europäischen Hochadels, aus dem bis heute mehrere regierende Dynastien hervorgehen.

Am 11. August 1919 wurden mit der Weimarer Reichsverfassung die Vorrechte oder Nachteile der Geburt oder des Standes aufgehoben. Der Adel bildet in Deutschland dennoch bis heute in Teilen eine vergleichsweise geschlossene gesellschaftliche Gruppe.





Die historische Landschaft um Lienen herum gehört heute zum Landkreis Wesermarsch im Bundesland Niedersachsen. Lienen ist heute ein Ortsteil der Stadt Elsfleth. Im Jahr 1933 wurden die Gemeinden Berne, Neuenhuntorf, Warfleth, Bardewisch und Altenesch zu der Gemeinde Stedingen zusammengeschlossen.  1948 wurde die Gemeinde Stedingen wieder aufgelöst und in die Gemeinden Altenesch und Berne geteilt. Im Jahr 1972 wurde Altenesch in Lemwerder umbenannt.
An den historischen Namen Stedingens erinnert heute noch der Straßenname der "Stedinger Landstraße", welche die Kirchenstraße in Brake mit dem Beginn der Straße "Am Weserdeich" kurz vor der Ortschaft Lienen verbindet.

Am alten Weserdeich soll ein unscheinbarer Stein liegen, der bei Sonnenuntergang einen rötlichen Schimmer zeigt. Die Sage sagt, ein Vorfahr der Liener Bauern habe dort einst eine glühende Kohle aus einer Schmiede eingeschlossen, als Zeichen für Mut und Standhaftigkeit gegen die Fluten. Wer die Flamme sieht, so heißt es, trägt die Kraft der Marsch in sich.




Die Herkunftslinie Lienen (Osnabrück)
Der Vollständigkeit halber sei darauf hingewiesen, dass im Zuge der Binnenwanderung, beginnend im späten 18. Jahrhundert und verstärkt im 19. Jahrhundert auch Personen aus dem Kirchspiel Lienen bei Osnabrück in den Oldenburger Raum zugezogen sind. Diese konnten unterschiedliche, ortsbezogene Namensformen führen, etwa Lienen, Linnen, Liene, Lienenmann, Linnemann oder die niederdeutsche Form „van Lienen“. Im Prozess der standesamtlichen Erfassung und allgemeinen sprachlichen Vereinheitlichung im 19. Jahrhundert kam es vereinzelt zu Anpassungen und Angleichungen von Schreibweisen, ohne dass damit ein Adelsprädikat verbunden war. Dabei konnten unterschiedliche Varianten in Einzelfällen zu der Form „von Lienen“ konsolidiert werden, insbesondere wenn Herkunftsangaben aus älteren Kirchenbucheinträgen übernommen oder interpretiert wurden. Aus einem Kirchenbucheintrag von beispielsweise "Heinrich Liene, aus Lienen" konnte im standesamtlichen Übertrag "Heinrich von Lienen" werden, wenn Herkunftsangaben irrtümlich als Namensbestandteil interpretiert wurden. Solche Entwicklungen sind jedoch differenziert zu betrachten und stellen kein einheitliches Muster dar. Personen dieser Herkunftsgruppe haben ihren Namensursprung im Kirchspiel Lienen bzw. im Osnabrücker Land. Eine genealogische Verbindung zu der Familie von Lienen aus der Wesermarsch ist für solche Fälle nicht belegt.


Der Uradel von Lienen
Das Institut für Deutsche Adelsforschung bezeichnet die Namensform als historisch adelig. Die Unterscheidung zwischen dem Eintrag "von" und "v." ist allein darauf begründet, dass bei der Erfassung im deutschen Adelsblatt von 1924 der damalige Verfasser, Herr von Gellhorn, in seiner Liste vermeintlich "historisch nicht-adeliger" Familien vermerkt hatte, dass es in einzelnen Fällen adelige oder nicht-adelige Familien mit dem Namenszusatz "von" geben könne. In einigen Adelshandbüchern wurde das „von“ seitdem mit „v.“ abgekürzt, um Namen adeliger Familien mit „von“ von nicht-adeligen Familien zu unterscheiden. Letztendlich folgt diese Vorgehensweise dem damaligen Gebrauch in den Ranglisten der königlich preußischen Armee. Einige Listen gingen dabei sogar so weit, dass in dieser Form zwischen Familiennamen des Ur- und des Briefadels unterschieden wurde.

In der heutigen Zeit ist die Schreibweise "von Lienen" geläufig und der Familienname wird beispielsweise im aktuellen schwedischen Adelsverzeichnis unter "von Lienen" als (historisch) adelig geführt. Im Oldenburger Adressbuch von 1900 wurden alle Einträge unter "v.Lienen" geführt.





Besonders im digitalen Zeitalter fällt oft auf, dass zum Teil durch automatisierte Datenerfassungen oder Eingabeautomatismen von Software der Namenszusatz "von" mit einem großen "V" geschrieben wurde. Das ist nicht nur unschön, sondern entspricht nicht der korrekten Schreibweise des Namens. Es ist auf die korrekte Schreibweise zu achten und eine Korrektur kann mit gegebener Berechtigung und Verweis auf das im bürgerlichen Gesetzbuch geregelte Namensrecht eingefordert werden.




Zum sogenannten Uradel zählen nach dem Genealogischen Handbuch des Adels Familien, welche nachweislich spätestens um 1400 dem ritterbürtigen Adel angehört haben. Ritterbürtigkeit setzte im Mittelalter in der Regel voraus, dass eine Familie über mindestens drei Generationen hinweg einen ritterlichen Lebensstil führte und standesgemäße Ehen einging. Nach einer strengeren Auffassung zählen dabei nur solche adelige Familien als ritterbürtige Geschlechter zum Uradel, die urkundlich vor 1350 nachweisbar sind.
Die Urkunden zwischen ca. 1220 und 1420 erfüllen die Kriterien, die üblicherweise zur Einordnung in den deutschen Uradel herangezogen werden.







Viele uradlige Familien schrieben sich bis etwa 1650 ohne das adelige Prädikat von (oder zu), und zwar diejenigen, die sich nicht nach einer Stammburg, sondern nach ihrem Wappensymbol oder einer sonstigen Eigenschaft benannt hatten. Die seit Kaiser Karl IV. verstärkt nach französischem Vorbild durch Diplom in den Adelsstand Erhobenen werden im Unterschied dazu als der sogenannte Briefadel betitelt. Zum Briefadel zählen adelige Häuser ursprünglich bürgerlicher oder bäuerlicher Herkunft, die in der Neuzeit durch einen Adelsbrief (auch Adelsdiplom genannt) in den Adelsstand erhoben wurden. Bis 1806 war es in Deutschland üblich, den Namen des Neu-Geadelten durch einen schön klingenden (Pseudo-) Ortsnamen zu ergänzen.


Eine beispielhafte Linie
Die persönliche Linie des Familienzweiges des Autors dieser Webseite lässt sich bis ins 16. Jahrhundert zu einem Johan von Linen eindeutig belegen und durch mehrere voneinander unabhängige Quellen bis zu Ritter Albero I. zurückverfolgen.

Die im Folgenden genannte Linie vom 12. Jahrhundert bis in die Gegenwart wird durch mehrere unabhängige Quellen sowie unabhängig erstellte Ahnentafeln gestützt. Da in den ältesten Aufzeichnungen häufig nur der männliche Vorname überliefert ist, wird die Liste entsprechend bis heute in dieser Form fortgeführt.



Die Geburtsorte aller hier aufgeführten Personen der kompletten Linie von 1168 bis heute liegen nach derzeitigem Kenntnisstand sämtlich in einem Umkreis von etwa 25 km. Die ersten vier Generationen sowie der hier genannte Otto von Lienen („Otto II.“ *1386) erscheinen in den Quellen als Ritter.

Eine weitergehende Erforschung möglicher Seitenlinien der Familie von Lienen ist bewusst nicht Gegenstand dieser Webseite. Der Autor dankt an dieser Stelle seinem Onkel Johann für die Inspiration, den Spuren der gemeinsamen Vorfahren nachzugehen.

Darüber hinaus verzichtet der Autor ausdrücklich darauf, Personen mit dem Namen von Lienen bestimmten Linien oder Zweigen zuzuordnen. Jede Person, die diesen Namen trägt, möge sich ihrer eigenen Herkunft bewusst sein und diese für sich selbst einordnen. Diese Webseite versteht sich explizit nicht als wertende Instanz, sondern als Einladung, die gemeinsame Geschichte mit Interesse und Respekt zu betrachten.


Eigene Wappen-Idee
Der hier gezeigte persönliche Wappenentwurf ist eine Synthese aus klassischer Heraldik und moderner Symbolik. Dabei wurde die Farbgebung gemäß der in Quellen belegten Tingierung des historischen Wappens der Familie von Lienen gewählt. Das Wappen wurde in Anlehnung an die heraldischen Regeln eines Vollwappens aufgebaut. Der vorliegende Entwurf ist als persönliches Wappen des Autors vergeben und wird von diesem rechtmäßig geführt.

Das zentrale Schild mit dem roten Pfahl auf Silber (bzw. heraldisch gleichwertig: weiß) entspricht dem historischen Wappen der Ritter von Lienen aus der Wesermarsch. Es ist seit dem Hochmittelalter eindeutig belegt und wurde über die Jahrhunderte ausschließlich von Angehörigen dieser Familie geführt.



In der heraldischen Deutung steht rot für Tatkraft und Leidenschaft, Silber für Reinheit und Wahrheit. Die Figur mit der Gitarre und der Malpalette steht für schöpferische Vielseitigkeit mit Musik und bildender Kunst als gleichwertige Ausdrucksformen. Die beiden lesenden Silhouetten auf Bücherstapeln verkörpern Wissen, Bildung und Reflexion.

Der Wahlspruch lautet "Ama et fac quod vis!", was so viel heißt wie: "Liebe und Tu, was du willst!". Das bedeutet nicht, dass man tun darf, was man möchte. Der Wahlspruch geht zurück auf den Philosophen und Theologen Aurelius Augustinus (354–430 n. Chr.), einen der großen Denker der westlichen Geistesgeschichte. Es bedeutet nach seiner Auffassung, dass Handeln aus wahrer Liebe heraus immer richtig ist - interpretierbar als ein ethisches und moralisches Fundament für künstlerisches und  geistiges Tun.

Das Panier (ehemals der Schlachtruf) über der Helmzier bedeutet: "Ich versuche es!" oder "Ich wage es!". Das Wort "attempto" stammt aus dem klassischen Latein und ist somit antik. Als Wahlspruch in der Form "Attempto!" wurde es erstmalig im Spätmittelalter von Eberhard I. (Eberhard im Bart, 1445–1496), dem damaligen Herzog von Württemberg, verwendet. Der Spruch drückt Tatkraft, Mut und Entschlossenheit aus - Tugenden, die im Rittertum wie in der Renaissance gleichermaßen geschätzt wurden. 


Schlusswort
"Als kleiner Junge wollte ich immer auf einem Turm wohnen, wenn ich einmal groß bin. Niemand wusste, warum mich dieser Gedanke begleitete oder woher er kam".

Vielleicht war es nur ein Kindheitstraum oder vielleicht steckt in uns manchmal mehr Geschichte, als wir ahnen. Vielleicht tragen wir Spuren dessen in uns, was unsere Vorfahren prägte, nicht als klare Erinnerung, sondern als leises Echo, das sich in Wünschen oder Bildern zeigt.

Heute, im 21. Jahrhundert, mag der Name von Lienen einer unter vielen sein. Er trägt keine Burg und kein Siegel mehr, doch er trägt eine Geschichte von fast tausend Jahren und eine Linie, die nie ganz abriss, verbunden mit dem leisen Echo des roten Pfahls.

Vielleicht liegt genau darin sein Vermächtnis: nicht, weil der Name einst Ritter stellte, sondern weil er alle Zeiten überdauerte und bis heute geblieben ist. Und vielleicht erklärt es auch, warum ein kleiner Junge einst davon träumte, auf einem Turm zu wohnen - als würde etwas in ihm noch wissen, woher er kommt.

M.v.Lienen





Impressum
M.v.Lienen - Diepholz
info@vonlienen.de



Quellen

- Hans G. Trüper - Ritter und Knappen zwischen Weser und Elbe
- Otto Piper - Burgenkunde
- Förderkreis Rastede e.V. - Die frühen Oldenburger Grafen
- Archäologisches Museum Hamburg
- Deutsche Digitale Bibliothek 
- Georg Ruseler - Der Kampf um die Lechtenburg
- Artur Conrad Förste - Die Ministerialen der Grafschaft Stade im Jahre 1219 
- Institut für Deutsche Adelsforschung, Kiel
- Karl Arnold Schlönbach - Die Stedinger (Historische Erzählung, 1854)
- Webseite Ulf Neundorfer - Stedinger Online-Chronik
- Webseite Denkmalatlas Niedersachsen
- H. Hamelmann, Oldenburgisch Chronicon, 1599
- Landesmuseum Oldenburg
- Staatsarchiv Bremen
- Niedersächsisches Landesarchiv Oldenburg
- Urkundenbuch des Klosters Lilienthal 1232-1500
- Urkundenbuch des Stiftes St. Andreas zu Verden
- "Bremisch- und Verdischer Ritter-Sahl oder
   Denckmahl der hoch-adelichen Geschlechter", 1720
- Zeit für Geschichte - Schrödel
- Wikipedia
- Die Volkssagen des Stedinger Landes, Bremen 1845
- Heraldik-Wiki
- Oldenburger Jahrbuch des Vereins für Altertumskunde
   und Landesgeschichte, Bd. 33 von 1929, Bd. 28 von 1924 und Bd. 37 von 1933
- Heinrich von Treitschke - Vaterländische Gedichte, 1856
- Oldenburgische Gesellschaft für Familienkunde e.V.
- Heimatverein Altenesch e.V.
- Vita Anskarii, Lebensbeschreibung Erzbischof Ansgars
- Martin Uhlig, Historische Instrumente
- Ewald Gierke - Linebrok
- Künstlerische / Historische Rekonstruktionen: KI-generiert

- Aufzeichnungen der Familie





Copyright






 


Anhang:
Die Stedinger Ketzer (Heinrich von Treitschke, Berlin 1856)